Das Bewerbungsanschreiben
Vor dem Anschreiben für eine Bewerbung:
Bevor Sie Ihr Bewerbungsanschreiben verfassen, sollten Sie sich umfassend über die Firma informieren, bei der Sie sich bewerben wollen. Welche Stellen sind dort zu besetzen? Welche Arbeitsaufgaben erwarten Sie? Was stellt die Firma her oder welche Dienstleistungen bietet sie an? Wichtig sind auch ein paar Unternehmenskennzahlen. Sicher spricht man Sie im Bewerbungsgespräch darauf an. Je perfekter Sie vorbereitet sind, umso souveräner können Sie im persönlichen Gespräch punkten.
Wenn Sie Ihr Anschreiben verfassen, sollten Sie sich im Klaren sein, welche Stelle Sie genau in welchem Bereich des Betriebes besetzen wollen. Erfüllen Sie alle gewünschten Anforderungen? Machen Sie bitte weder sich noch Ihrem zukünftigen Chef etwas vor. Was Sie gut können, sollten Sie im Bewerbungsschreiben hervorheben. Aber bleiben Sie realistisch in der Einschätzung Ihrer Person. Wenn Sie beispielsweise "Englisch fließend in Wort und Schrift angeben", dann sind Grundkenntnisse auf keinen Fall ausreichend. Vorsicht, man könnte Ihr gesamtes Bewerbungsgespräch in Englisch führen wollen! Wenn Sie hier gelogen haben, fallen Sie bereits im Vorfeld durch.
Ehrlich währt am Längsten. Wie überall gilt, so natürlich wie möglich bleiben. Sie sollten Formulierungen verwenden, wie Sie sie üblicherweise benutzen. Aber natürlich nicht im Jargon. Wenn Sie z. B. ein sehr schüchterner Mensch sind, werden Sie kaum ein 2-seitiges Bewerbungsschreiben verfassen, was nicht Ihrem Naturell entspricht. Denn normalerweise gehen Sie mit dem gesprochenen Wort eher sparsam um; meist auch mit dem geschriebenen.
In die Betreffzeile gehört als Überschrift das Wort Bewerbung. Ob Sie das mittig schreiben oder linksbündig, fett oder kursiv, bleibt Ihrem persönlichen Geschmack überlassen. Es folgt die Anrede, üblich sind hier Formulierungen wie "Sehr geehrter Herr Personalchef" oder auch "Guten Tag, Frau Personalchefin". Natürlich schreibt man statt Personalchef/Personalchefin den Namen. Hat der Ansprechpartner einen Titel, z. B. Dr., so schreiben Sie stilsicher: "Guten Tag, Frau Doktor,". Die Namensnennung danach ist unüblich.
Was gehört ins Bewerbungsanschreiben?
Warum haben Sie sich gerade in dieser Firma beworben? Was ist so toll an diesem Unternehmen? Und genau dazu sollten Sie sich über die Firma gut informiert haben. Wenn Sie z. B. schreiben, das Unternehmen hat "einen guten Ruf in der Branche", dann sollten Sie das nicht einfach so dahinschreiben, sondern sich schon genau informieren, ob das auch wirklich so ist. Ich habe schon erlebt, dass der Satz in der Bewerbung stand, der Bewerber aber im Bewerbungsgespräch nicht einmal wusste, welcher Branche unser Unternehmen eigentlich angehört.
Warum sind genau Sie der/die Richtige für die ausgeschriebene Stelle? Hier weder hoch- noch tiefstapeln. Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel, aber geben Sie auch nicht mit Fachwissen an, dass Sie nicht haben. Früher oder später kommt sowieso heraus, was Sie besonders gut können und was eher nicht.
Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Es ist gut, seine eigenen zu kennen. Stärken können Sie getrost aufzählen. Schwächen sollten Sie verschweigen. Dann sollten Sie besser gar nicht auf den Punkt eingehen. Wenn Sie z. B. Mühe haben, morgens aus dem Bett zu kommen, dann suchen Sie sich eine Stelle mit Gleitzeit. Vermeiden Sie unbedingt im Bewerbungsschreiben Floskeln wie: "Ich bin immer ein pünktlicher Mitarbeiter." 1. wird das vorausgesetzt und 2. fällt es doppelt auf, wenn Sie unpünktlich sind.
Schauen Sie bei Serienbrief-Bewerbungen unbedingt darauf, dass der korrekte Empfänger darauf steht und beigefügte Unterlagen aktuell sind. Haben Sie sich z. B. vorher als Fleischer bei Muster-Wurst beworben und Herrn Wurstmeier angeschrieben, so ist es mehr als peinlich, wenn Sie zwar die Adresse ändern, aber Herrn Wurstmeier nach wie vor ansprechen und sich auch beim Hausmeisterservice als Fleischer bewerben. Deshalb sollten Sie unbedingt Ihr Bewerbungsanschreiben vor dem Verschicken (egal ob per Mail oder Post) unbedingt noch einmal durchlesen! Es wäre nämlich besonders unangenehm, wenn Sie sich als Fleischer nicht nur bei Herrn Wurstmeier bewerben, sondern auch bei dessen Konkurrenten Herrn Schweinsmüller. Und dieser muss ja ganz sicher nichts von der Bewerbung beim anderen Fleischer im Ort wissen!
Arbeiten Sie übersichtlich im Bewerbungsanschreiben. Es kann ruhig auch die
gewünschte Stelle
eingerückt und/oder fett markiert werden.
Achten Sie auf einen guten Ausdruck und ein möglichst einwandfreies Deutsch. Von einem 47-jährigen Bauhelfer erwartet man keine perfekten Kenntnisse der neuen deutschen Rechtschreibung, eine 22-jährige Sekretärin sollte diese jedoch perfekt beherrschen.
Der richtige Schluss des Anschreibens
Wichtig ist auch die Verabschiedung. Passend sind hier Sätze wie: "Ich freue mich auf eine positive Nachricht." Vermeiden Sie den Konjunktiv "Ich würde mich freuen..." Geschickt sind auch Formulierungen wie: "Weitere Fragen beantworte ich Ihnen gern in einem persönlichen Gespräch. Ich freue mich, wenn Sie mir die Gelegenheit dazu geben." Vermeiden Sie Sätze wie "stehe jederzeit zu Ihrer Verfügung". Sie sind nicht der zukünftige persönliche Sklave des Chefs. Sie müssen auch nicht rund um die Uhr parat stehen. Jeder Mensch hat ein Recht auf Nachtruhe.
Immer richtig ist die Grußformel: "Mit freundlichen Grüßen". Sie wirkt seriös. "Hochachtungsvoll" ist eher selten geworden, kann aber in bestimmten Funktionen angemessen sein. "Freundliche Grüße" ist auch seriös, "Herzliche" oder gar "Liebe Grüße" sollten Sie eher dem Privatbereich vorbehalten. Genauso ist übrigens die Anrede "Hallo" im Geschäftsverkehr oft verpönt. Auf jeden Fall sollte jeder Brief, egal ob per Mail oder per Post, eine Anrede und eine ordentlich ausformulierte Grußformel beinhalten. "MfG" kann da auch schon ein "KO-Kriterium" sein.
Wichtig ist bei einer E-Mail-Bewerbung der Gesamtumfang der Unterlagen. Oft sind nämlich die Kilobyte begrenzt. Umfangreiche Bilddokumente und Referenzen können dann gar nicht geladen werden. Riesige Dateimengen führen zu überfüllten Postfächern, zu Problemen im Mailverkehr und zu Ärger beim Personalchef. Was bei E-Mail-Bewerbungen zu beachten ist, dazu an anderer Stelle mehr.
-- HeikeStopp 2008-11-27 10:55:39
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Bewerbung/Das Bewerbungsanschreiben (last edited 2009-07-07 12:49:33 by DetlevLengsfeld)