Scannen im Sun-Pool
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- Nach dem Starten von Gimp befindet sich der Scan-Dialog im Menü ,,Xtns Acquire Image" (in Gimps Toolbox-Fenster). Als erstes empfiehlt es sich, eine Vorschau der Scan-Auflage zu erzeugen. In dieser Vorschau kann man dann mit der Maus beliebig viele rechteckige Ausschnitte markieren und scannen. Mit zwei Schiebereglern kann man dabei Helligkeit und Kontrast korrigieren; dies kann man natürlich auch hinterher mit den entsprechenden Gimp-Funktionen tun (Pop-up-Menü ,,Image Colors Brightness-Contrast"). Ferner kann man die Scan-Auflösung einstellen sowie den Farbmodus (Graustufen- oder Farbscan). Für jedes gescannte Bild öffnet Gimp ein Fenster, wo man es sofort speichern oder bearbeiten kann. Es ist dabei nicht notwendig, den Scan-Dialog oder die Vorschau zu schließen - diese können geöffnet bleiben, so daß man jederzeit einen neuen Scan durchführen kann. Im ,,Preferences"-Menü können einige Einstellungen vorgenommen werden. Beispielsweise kann man zwischen den Maßeinheiten Millimeter, Zentimeter und Zoll wählen, und man kann die Gamma-Korrektur für die Vorschau einstellen (ein Wert von etwa 2.2 ist meistens geeignet, siehe auch den Abschnitt ,,Scan-Tips" weiter unten). Bei einigen Einstellungen ist es erforderlich, den Scan-Dialog zu schließen und neu zu öffnen, damit Änderungen wirksam werden.
Scannen mit xscanimage
- Wenn man dagegen die Bilder nicht gleich vor Ort nachbearbeiten möchte, geht es schneller, wenn man das Programm xscanimage verwendet. Dies ist dasselbe Programm, das auch von Gimp als Plug-in verwendet wird, die Bedienung ist also identisch. Der Unterschied besteht lediglich darin, daß Gimp nicht gestartet werden muß, was etwas Zeit spart (insbesondere auf einer der langsameren Workstations). Der Scanvorgang selbst ist natürlich gleich schnell. Vom Scan-Dialog aus kann man den gescannten Ausschnitt in eine Datei im PPM-Format speichern. PPM- Dateien können von den meisten UNIX-Programmen gelesen und verarbeitet werden (z.B. Gimp, xv, xpaint, xart, display). Mit Hilfe der auf den Suns installierten ,,netpbm tools" kann man die Dateien in andere Formate konvertieren (TIFF, JPEG, PNG, GIF usw.); natürlich kann man dazu auch xv oder Gimp verwenden.
Scannen mit scanimage
- Schließlich ist es auch möglich, Bilder mit Hilfe des Kommandozeilen-Programms scanimage einzuscannen. Dies ist dann nützlich, wenn man aus irgendeinem Grund kein graphisches X-Window-Programm starten kann oder will. Pro Aufruf wird genau ein Ausschnitt gescannt, wobei alle notwendigen Parameter auf der Kommandozeile angegeben werden müssen. Das Bild wird im PPM-Format auf die Standard-Ausgabe(stdout) geschrieben, d.h. man muß diese in eine Datei umlenken. Wenn man nur die Option -h angibt, wird eine kurze Online-Hilfe über die verfügbaren Optionen und deren Bedeutung ausgegeben. Weitere Informationenbefinden sich auch in der Manual-Page, die man sich mit dem Kommando ,,man scan-image" anzeigen lassen kann. Wenn man keine weiteren Optionen angibt, wird die gesamte Scanfläche mit den Standardwerten für Helligkeit, Kontrast und Auflösung eingescannt. Falls man nur einen Ausschnitt davon benötigt, kann man diesen dann aus dem Bild herausschneiden (z.B. mit Gimp oder xv). Kennt man aber bereits im voraus die Position und Größe des Ausschnitts, spart es Zeit und Speicherplatz, wenn man ihn bereits auf der Kommandozeile von scanimage angibt.
Scan-Tips
Interferenz und Farbstreifen
- Bilder in Zeitschriften und Büchern sind meistens gerastert, auch wenn dies möglicherweise nicht mit bloßem Auge festzustellen ist. Wählt man beim Scannen eine Auflösung, die einem ganzzahligen Vielfachen dieses Rasters nahekommt, kann dies zu Interferenzmustern führen, d.h. farbige Streifen, die nachträglich nicht oder nur unter hohem Aufwand zu entfernen sind. Wenn solche Muster auftreten, sollte man das Bild nochmals mit einer etwas höheren oder niedrigeren Auflösung einscannen.
Durchscheinende Vorlagen
Bei Scanvorlagen, die beidseitig bedruckt sind, kann es unter Umständen passieren, daß Text oder Bilder von der Rückseite durchschimmern und im gescannten Bild als Schemen oder Schatten zu sehen sind. Wenn dies ein Problem darstellt, sollte man beim Scannen die Rückseite der Vorlage mit einer schwarzen Pappe (Tonpapier o.ä.) abdecken.
Gamma-Korrektur
- Möglicherweise erscheint die gesc=annte Vorlage auf dem Bildschirm zu dunkel (je nach Workstation). Dies kann daran liegen, daß Scanner und Bildschirm auf unterschiedliche Gammawerte kalibriert sind. Dies kann man in Gimp mit dem Menüpunkt ,,Image Colors Levels" korrigieren; der gewünschte Gammawert (z. B. 2.2) ist dort in das mittlere Feld einzutragen. Wer mehr Wert auf eine Korrektur ,,nach Gefühl" legt, kann stattdessen ,,Image Colors Curves" verwenden.
Raster
Wenn ein gescanntes Bild eine störende Rasterung aufweist, so ist dies oft ein Zeichen dafür, daß es mit einer zu hohen Auflösung gescannt wurde. Es macht i. allg. keinen Sinn, ein Bild mit einer höheren Auflösung zu scannen als das Raster des Originalbildes, da man dadurch keine weiteren Details aus dem Bild gewinnen kann.
Davon abgesehen bietet Gimp eine Reihe von Werkzeugen, um eine Rasterung zu entfernen oder zumindest abzuschwächen. Der Despeckle"-Filter (im Menü Filters Enhance") ist oft am besten geeignet. Ebenfalls nützlich kann ein Weichzeichner sein, von denen mehrere im Menü ,,Filters Blur" zur Verfügung stehen - im Zweifelsfall muß man etwas experimentieren, um herauszufinden, welcher Filter das beste Resultat liefert.
Beim Experimentieren sind die folgenden beiden Gimp-Funktionen unverzichtbar (beide sind über das Pop-up-Menü erreichbar, indem man im Bild die rechte Maustaste drückt): Mit ,,Image Channel-Ops Duplicate" (Ctrl-D) kann man das betreffende Bild duplizieren, so daß man mit einer Kopie arbeiten kann, ohne das Original zu verändern. Mit ,,Edit Undo" (Ctrl-Z) kann man die letzte Änderung am Bild wieder rückgängig machen.
Oliver Fromme <oliver.fromme@heim3.tu-clausthal.de>
Verweise:
- Gimp-Homepage:
-- DetlevLengsfeld 2006-09-10 07:57:35
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Linux/Bildverarbeitung/Scannen/RasterEntfernen (last modified 2008-11-04 07:00:04)