Beschneidet man ein Bild besser vor oder nach dem Scannen ab?
Es ist sinnvoller, den Scanbereich kleiner zu wählen, also nicht das Bild mit einem schwarzen Rahmen zu scannen. Der Grund liegt darin, dass man bei der ersten Variante dem Scanner viel Schwarz vortäuscht und so die resultierenden Farben nicht so gut sind.
http://www.filmscanner.info/FragenAufloesung.html
Fragen zu Auflösung, Farbtiefe und Bildformat
- Hat ein mit 2.700 dpi gescanntes Bild wirklich 30 Megabyte?
- Worin unterscheiden sich TIF, JPG und PSD-Dateien?
- Wozu benötigt man Scans mit 48 Bit Farbtiefe?
- Lohnt sich die 48 Bit Farbtiefe bei Schwarz/Weiß-Bildern?
- Wie viele gescannte Bilder passen auf einen CD-Rohling?
- Wie groß wird ein JPG-komprimiertes Bild?
- Wie groß sind die Qualitätsverluste im JPG-Format?
- Kann man ein gescanntes Dia auf DIN A4 ausdrucken?
- Ist ein 4000 dpi Scanner einem 2700 dpi Filmscanner vorzuziehen?
- Kann man ein gescanntes Dia auf DIN A3 ausdrucken?
- Warum ist im Scanprogramm eine Farbtiefe von nur 16 Bit einstellbar obwohl der Scanner 48 Bit hat?
Hat ein mit 2.700 dpi gescanntes Bild wirklich 30 Megabyte?
Scannt man ein Dia oder ein Negativ mit einer Auflösung von 2.700 dpi, so erhält man ein hoch aufgelöstes Bild mit einer Dateigröße von in der Tat knapp 30 Megabyte. Speichert man dieses Bild im TIF-Format ab, so bleiben in einer Datei von knapp 30 Megabyte Größe alle gescannten Bilddaten erhalten.
Im Normalfall benötigt man jedoch nicht dieses Rohdatenformat, wo jeder einzelne Pixel gespeichert wird, wie er gescannt wurde. Man komprimiert das Bild als JPG und erhält durchschnittlich eine Dateigröße von 1 Megabyte. In diesem Format erscheinen die Bilder auf dem Bildschirm oder auf Papier praktisch ohne nennenswerte Qualitätsverluste. Worin unterscheiden sich TIF, JPG und PSD-Dateien?
Wer mit Adobe Photoshop ein Bild einscannt und dieses abspeichert, erhält eine .psd-Datei gigantischer Größe. Speichert man dasselbe Bild als .tif-Datei, so ändert sich die Größe kaum, während sie sich drastisch reduziert, wenn man das Bild als .jpg-Datei abspeichert. Worin unterscheiden sich die drei Formate?
Eine TIF-Datei enthält die nackten Bilddaten in unkomprimierter Form, also sämtliche Informationen, die der Scanner aus der Vorlage herausholt und liefert. TIF-Dateien sind sehr groß und unhandlich. Macht man aus einem TIF-Bild ein JPG-Bild, so erhält man eine bis zu 10 mal kleinere Datei ohne sehenswerte Qualitätsverluste.
Eine PSD-Datei ist ein Adobe Photoshop eigenes Dateiformat. Es enthält alle Informationen des TIF-Files, also alle originalen Bildinformationen, sowie weitere Photoshop-interne Informationen wie z.B. welcher Zoomfaktor im Photoshop zuletzt eingestellt wurde. In Photoshop kann man z.B. mit dem Textwerkzeug eine Beschriftung zu einem Bild hinzufügen. Speichert man das geänderte Bild als PSD-Datei ab, kann man die Beschriftung nachträglich ändern oder verschieben; speichert man das geänderte Bild hingegen als TIF-Datei ab, so geht der Text in das Bild über und kann nicht mehr editiert werden. Wozu benötigt man Scans mit 48 Bit Farbtiefe?
Wer mit normalen digitalen Bildern oder Fotos zu tun hat, hat in der Regel Bilder mit 24 Bit Farbtiefe, also 8 Bit pro Farbkanal. Was heißt das genau? Ein Bild am Bildschirm setzt sich aus den drei Grundfarben rot, grün und blau zusammen. Für jede dieser Grundfarben stehen 8 Bit zur Verfügung, so dass man für jede Grundfarbe insgesamt 256 Farbtöne unterscheiden kann.
Normale Scans bzw. normale Bilder bestehen also aus 256 verschiedenen Tönen in den drei Grundfarben. Viele Filmscanner bieten die Möglichkeit, Scans mit 48 Bit Farbtiefe zu erzeugen, also 16 Bit pro Farbkanal. Damit kann man pro Grundfarbe 65.536 verschiedene Farbtöne unterscheiden. Eines sei vorweggesagt: Für die Darstellung des Bildes am Bildschirm oder beim Druck macht sich diese größere Farbtiefe in der Regel nicht bemerkbar. Es gibt aber eine Anwendung, wo man eine höhere Farbtiefe braucht, nämlich beim Nachbearbeiten von Bildern.
Scannt man ein Bild mit der normalen 24 Bit Farbtiefe, hat man pro Farbkanal wie gesagt 256 verschiedene Farbtöne zur Verfügung. Bearbeitet man nun ein so gescanntes Bild z.B. mit PhotoShop nach, so kann es passieren, dass aus 256 Farbtönen nur noch 150 übrig bleiben. Diese Reduzierung der Farbtiefe macht sich natürlich deutlich in der Bildqualität bemerkbar.
Scannt man dasselbe Bild mit 48 Bit Farbtiefe, so erhält man 65.536 Farbtöne pro Farbkanal. Bei einer anschließenden Bildbearbeitung reduziert man diese 65.536 Farbtöne z.B. auf 12.000. Speichert man dann dieses bearbeitete Bild wieder im üblichen 24 Bit Format ab, so lassen sich aus den verbliebenen 12.000 Farbtönen pro Farbkanal durch Umrechnung und Kompression 256 neue Farbtöne erzeugen.
Scans mit einer höheren Farbtiefe lohnen sich also für solche Leute, die die Bilder nach dem Scannen noch intensiv nachbearbeiten, insbesondere mit Tonwertkorrekturverfahren. Lohnt sich die 48 Bit Farbtiefe bei Schwarz/Weiß-Bildern?
Scannt man ein Farbbild im normalen 24-Bit Modus, so erhält man für jeden Farbkanal (rot, grün, blau) 256 Farben (8 Bit). Die Kombination dieser drei Farbkanäle ergibt 256 x 256 x 256 Farben, also ungefähr 16 Millionen verschiedene Farben!
Bei einem Schwarz/Weiß-Bild hat man nur einen Farbkanal. Ein normaler Scan ergibt daher nur 256 verschiedene Grautöne (8 Bit). Zwischen tiefstem Schwarz und hellstem Weiß erhält man also maximal 256 Farbtöne. Ist das Bild etwas kontrastarm, z.B. wenn die Töne nur zwischen dunkelgrau und dunklem weiß schwanken, erhält man unter Umständen nur 150 Grautöne. Das ist wenig!
Hier empfiehlt es sich, eine höhere Farbtiefe zu wählen. Eine Farbtiefe von 48 Bit bei Farbbildern entspricht 16 Bit bei Schwarz/Weiß-Bildern (nur ein Kanal). Man erhält also 65.536 verschiedene Grautöne bei einem solchen Scan. Auch wenn man das Bild nachbearbeitet (Grautöne wegschneidet oder das vorhandene Spektrum verbreitert, um einen größeren Kontrast zu erzielen), lässt sich das resultierende Bild mit vollen 256 Grautönen abspeichern.
Bei Schwarz/Weiß-Bildern lohnt sich also eine höhere Farbtiefe noch viel mehr als bei Farbbildern. Wie viele gescannte Bilder passen auf einen CD-Rohling?
Ein CD-Rohling kann ca. 700 MByte Daten speichern. Die Anzahl der Bilder, die auf einen einzigen Rohling passen, ergibt sich aus der Scanauflösung und dem Datenformat, in dem die Bilder gespeichert werden.
Bei einem Scan mit 2700 dpi Auflösung erhält man knapp 30 Megabyte an Rohdaten. Scannt man mit 4000 dpi Auflösung, so steigt die Rohdatenmenge auf knapp 60 Megabyte an. Speichert man die Rohdaten z.B. im TIF-Format, so passen auf einen Rohling bei 2700 dpi Auflösung ca. 20-25 Bilder, bei 4000 dpi Auflösung nur noch 10-12 Bilder.
Normalerweise komprimiert man die Rohdaten jedoch mit dem JPG-Verfahren und erhält pro Bild eine Dateigröße von durchschnittlich 2-3 Megabyte. In diesem Format passen auf einen CD-Rohling ca. 200 Bilder. Wie groß wird ein JPG-komprimiertes Bild?
Komprimiert man ein Bild mit dem JPG-Verfahren, so kann man auswählen, ob man höchste Qualität mit geringer Komprimierung oder niedrigste Qualität mit höchster Komprimierung will. Zwischen diesen beiden Extrema gibt es zahlreiche Abstufungen. Bei einer Komprimierung in höchster Qualität, kann man das komprimierte Bild nicht vom Original unterscheiden; bei maximaler Komprimierung erkennt man deutliche Qualitätsverluste.
Für den Alltag hat sich bei mir eine mittlere Komprimierung bewährt. Bei normalen Bildern erkennt man kaum Unterschiede zum Original. Bei mittlerer Komprimierung erhält man Dateigrößen zwischen 500 KiloByte und 1,5 Megabyte. Die Dateigröße hängt davon ab, ob man mit 2700 dpi oder mit 4000 dpi scannt und vor allem wie das Bild beschaffen ist.
Ein Bild, das zu 50% aus blauem Himmel besteht, lässt sich viel stärker komprimieren als ein detailreiches Bild wie die Fotografie eines Bücherregals oder eines Kirchenfensters. Die Dateigröße des komprimierten Bildes hängt auch von der Qualität des Bildes ab. Ein gestochen scharfes Bild mit einem 50 ASA-Film enthält deutlich mehr Informationen als ein leicht unscharfes Bild mit einem 200 ASA-Film. Entsprechend weniger lassen sich die Bildinformationen des scharfen Bildes komprimieren.
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Linux/Bildverarbeitung/Scannen/Tipps (last modified 2008-11-04 07:00:05)