http://www.felser.de/juracity.de/index.htm?http://www.juracity.de/mobbing/index.htm http://www.nci-net.de/Archiv/Psychologie/Mobbing/Mobbing.html
Strategisches Mobbing
Nun zu einer speziellen Form von Mobbing, wie es häujfig bei Großkonzernen durchgeführt wird: strategisches Mobbing:
massenhafte Mobbing-Handlungen werden vom Arbeitgeber eingesetzt, um Mitarbeiter, die Kündigungsschutz haben, zum Verlassen der Firma zu bewegen.
Mobbing durch den Vorgesetzten nennt man auch "Bossing". Wir machen diese Unterscheidung hier nicht, weil Mobbing der gebräuchlichere Begriff ist.
Phase 1:
Eine Gruppe von Mitarbeiter wird ausgewählt, von denen man sich trennen will, ohne Rücksicht auf gesetzlichen, tariflichen oder betrieblich vereinbarten Kündigungsschutz. Einem Teil dieser Mitarbeiter wird gekündigt, dem Rest Angebote zur "freiwilligen" Beendigung des Arbeitsverhältnisses gemacht.
Viele trifft die Mitteilung, dass man sich von ihnen trennen will, unvorbereitet; sie stehen danach unter Schock. Allen diesen Mitarbeitern wird die Arbeit vollständig entzogen. Dies trifft besonders hart diejenigen, die sich bisher voll mit der Arbeit identifiziert haben, für die die Arbeit der Mittelpunkt des Lebens war.
Phase 2:
Die gekündigten Mitarbeiter erhalten am Arbeitsgericht einen Weiterbeschäftigungsanspruch, der andere Teil lehnt das Angebot zur "freiwilligen" Beendigung des Arbeitsverhältnisses ab. Nun müssten diese Mitarbeiter wieder in den Arbeitsprozess integriert werden. Stattdessen erhalten sie weiterhin keine Arbeit oder - um Gerichtsurteile formal zu erfüllen - eine unterqualifizierte Arbeit, die mit dem produktiven Geschäft nichts zu tun hat und damit zur Entfremdung vom normalen Arbeitsprozess führt.
Phase 3:
Nun folgen weitere mobbing-typische Maßnahmen: Entzug von Informationen und Arbeitsmitteln, Separation von den Kollegen. Drohung mit einer Versetzung in weit entfernte Standorte und damit mit einer Zerstörung des Familienlebens. Diese Maßnahmen werden zum größten Teil von der Betriebsleitung und Personalabteilung angeordnet, aber von den jeweiligen Vorgesetzten dann in unterschiedlicher Intensität ausgeführt. mehr
In in fast allen Schriftsätzen zur Kündigungsschutzklage stellt die Firma die bisherige Tätigkeit in herabwürdigender Weise dar, auch belegbare Qualifikationen werden ignoriert, Einarbeitungszeiten für Vergleichsstellen durchweg viel zu hoch angegeben. Manch einer braucht mehrere Tage, um sich von dieser Lektüre zu erholen.
Phase 4:
Diese Mitarbeiter werden quasi zum Mobben freigegeben, d.h. Vorgesetzte oder auch Kollegen handeln teilweise in eigener Initiative, z.T. wohl um selbst Vorteile daraus zu ziehen, in mobbing-typischer Weise. Trotz offensichtlicher Sinnlosigkeit der Arbeit wird z.B. an den Arbeitsergebnissen kleinlich herumkritisiert. Statt ihre Fürsorgepflicht auszuüben, billigen Vorgesetzte aller Ebenen dieses Verhalten. Klagen am Arbeitsgericht sind zwar möglich, das Warten auf das Urteil zermürbt aber weiter. Arbeitsgerichts-Urteile werden nicht oder nur formalistisch umgesetzt. Bei den Betroffenen macht sich ein Ohnmachtsgefühl breit.
Jubilare und Schwerbehinderte werden häufig mit Aufhebungsverträgen bedrängt. Der Arbeitgeber bietet immer wieder MitarbeiterInnen,von denen sie sich trennen möchte, aber es nicht kann, da sie, wie z.B. die Jubilare oder Schwerbehinderte, Kündigungsschutz haben, Aufhebungsverträge an. Dazu werden die MitarbeiterInnen teilweise in kurzen Abständen (machmal mehrmals in der Woche) zur Personalabteilung gebeten. Viele MitarbeiterInnen empfinden dies als massiven Druck. NCI empfiehlt zu solchen Gesprächen einen Betriebsrat mitzunehmen. parallel dazu findet statt:
- Behinderung der Betriebsratsarbeit (u.a. bei der Unterstützung der Mobbing-Opfer):
- Die Betriebsleitung verweigert die vom Betriebsverfassungsgesetz geforderte vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat zum Wohl der Arbeitnehmer und des Betriebs: Die Zustimmung des Betriebsrates zu den Versetzungen in die Zielstattstraße wird nicht eingeholt, wohl wissend dass dieser einer Mobbing-Maßnahme nicht zustimmen wird. Verhandlungen zu einer Betriebsvereinbarung zur Versetzung eines Teils der Betroffenen zu "Project Assignment" werden von der Betriebsleitung abgelehnt. u.s.w.
- Behinderung der Gewerkschaftsarbeit:
Fristlose Kündigung von Inken Wanzek, der Begründerin von NCI und Mitglied der IGM-Vertrauenskörperleitung am Siemens-Standort MGA in München, weil sie auf die Selbsttötung einer Kollegin mit einer privaten Email reagiert haben soll (die Email ist nicht von ihr unterzeichnet), in der die NCI-Freunde aufgerufen werden, sich nicht zu isolieren, zusammenzustehen. Auf eine ganz normale menschliche Reaktion reagiert Siemens mit einer politischen Kündigung mit dem Ziel Angst zu erzeugen, um die Kommunikation im NCI zu unterbinden.
- Beschneidung der Meinungsfreiheit
Berichte siehe hier Mobbing Beispiel
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Mobbing/Arten/StrategischesMobbing (last edited 2010-01-12 12:39:05 by DetlevLengsfeld)