Elke Bartsch 38444 Wolfsburg, 09.10.2006
Von Langen Strasse 10
Braunschweiger Zeitungsverlag
Druckhaus Albert Limbach GmbH & Co. KG
Postfach 8052
38130 Braunschweig
Leserbrief zu: Was macht eigentlich Herr Hartz ?
Heute war mal wieder ein Morgen, wo ich mir die Frage stelle, werden wir alle gleich behandelt? Dann fällt mein Blick auf meinen Mann und ich bin froh, dass er wieder mit mir am Frühstückstisch sitzen kann.
Es ist schon erstaunlich wie viel Aufmerksamkeit Ihre Zeitung Herrn Hartz schenkt.
Wie verkraftet er die Folgen der Affäre? Hat mal einer gefragt, wie es Mobbing – Opfern geht, wie diese es verkraften, den Arbeitsplatz zu verlieren und damit die Existenz? Nein! Über Mobbing – Opfer wird nicht berichtet. Aber immer wieder über Herrn Hartz.
Ob Herr Hartz im Saarland wieder eine Unternehmensberatung eröffnet hat, das die Versicherung den von Herrn Hartz verursachten Schaden an das VW Werk erstattet und jetzt noch ein ganzseitiger Bericht über den Aufstieg und den tiefen Sturz des Herrn Hartz. Was kann sich solch ein Mann alles erlauben und erhält immer noch die Aufmerksamkeit der Presse. Weiß die Öffentlichkeit, dass Herr Hartz mit daran Schuld ist, dass es immer mehr Mobbing – Opfer bei VW gibt? Nein! Denn seit Jahren versuchen wir auch nur einen Bericht über das „Nicht partnerschaftliche Verhalten bei VW“ in der hiesigen Presse zu veröffentlichen. Bis heute ohne Erfolg Wie oft wollte ich schon einen Leserbrief schreiben, heute mache ich es und ich bin stolz, dass ich es endlich schaffe. VW hat auch die Krankheit meines Mannes verursacht.
Wir Mobbing – Gegner versuchen seit Jahren auch nur durch eine Zeile in den öffentlichen Medien Aufmerksamkeit zu erhalten, damit die Menschen in und um Wolfsburg herum einmal erfahren, wie der große Konzern mit Mitarbeitern umgeht, die unbequem sind und die man einfach nicht mehr haben will. Da werden Menschen von der Personalabteilung durch Gespräche bewusst unter Druck gesetzt. Diese Menschen werden krank, da sie diesen Druck nicht aushalten können und den Gesprächen nicht gewachsen sind. Die Angst um den Arbeitsplatz wird von Tag zu Tag größer und dann ist der Tag da, wo man krank wird, eine Arbeitsunfähigkeit über Monate beginnt. Bis das Krankengeld ausläuft, was dann? Es werden in Gesprächen Angebote unterbreitet, wie man dem Mitarbeiter entgegenkommen könnte, Wiedereingliederung nennt VW dies. Diese Angebote werden weder vom Betriebsrat, noch vom Schwerbehindertenvertreter noch von den Vertrauensleuten unterstützt. Denn wenn man dieses Angebot annehmen möchte, hat es VW überhaupt nicht unterbreitet. Auch der eigene Rechtsanwalt, der bei diesem Gespräch anwesend war, kann nichts tun. So fädelt es VW geschickt ein, dass man die fristlose Kündigung erhält, großzügig wird beim Arbeitsgericht eine Einigung erzielt, was aber mit den Menschen danach geschieht, darum kümmert sich niemand. Selbst das Integrationsamt stimmt einer fristlosen Kündigung bedenkenlos zu. Der Betroffene wird überhaupt nicht angehört.
Die Mobbing – Opfer werden krank, leiden unter Depressionen, fühlen sich nutzlos, wertlos und es fehlt die Bestätigung, dass sie gebraucht werden. Das Opfer denkt über Suizid nach. Ehen zerbrechen. Die Familien leiden. Die Kinder, die natürlich auch bei VW arbeiten, haben keine Aufstiegmöglichkeiten mehr, werden auch unter Druck gesetzt. Die soziale Sicherheit zerbricht.
Warum hat Herr Hartz die Zeitungen vor seiner Frau versteckt? Hat er Angst, dass seine Frau eventuell sein wahres Gesicht erkennt? Wie viele Menschen hat Hartz durch sein Handeln in ein tiefes Loch fallen lassen. Er selbst hat sich bei den Lustreisen amüsiert. Dieses Geld, welches VW dort eingesetzt hat, könnte so manches Mobbing – Opfer helfen. Denn Mobbing – Opfer haben keine Versicherung, die einspringt und die laufenden Kosten übernimmt.
Wir Mobbing – Gegner möchten in der Öffentlichkeit nur klar stellen, dass es bei VW kein „ partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz“ gibt. Wir können dieses jederzeit durch Unterlagen belegen. Gibt man uns eine Chance? Wir wollen Menschen, die durch Mobbing am Arbeitsplatz krank geworden sind helfen, wieder am Leben teilzunehmen. Wir werden einen Verein für Mobbing – Opfer zu gründen. Hierzu benötigen wir aber auch die Unterstützung der öffentlichen Medien.
Eine Selbsthilfegruppe ist unser Ziel. Wir möchten nicht nur Mobbing – Opfern von VW helfen, sondern auch alle anderen Mobbing - Opfer sind herzlich willkommen, denn Mobbing gibt es nicht nur bei VW.
Meine Bitte zum Schluss. Bitte geben Sie dem Verein „Mobbing – Gegner“ eine Chance, sich auch einmal in Ihrer Zeitung zu präsentieren.
Wolfsburg, 09.10.2006
Elke Bartsch, Wolfsburg
Sollte Ihre Zeitung Interesse haben, sich mit mir, oder anderen Mitgliedern der Gruppe Mobbing – Gegener, in Verbindung zu setzen, können Sie mich unter der Telefonnummer 0176 240 749 62 erreichen.
Mobbing/Firmen/VolkswagenAG/FamilieBartsch (last edited 2009-10-23 15:56:07 by DetlevLengsfeld)