Wenn jemand eine Person eines schweren Rechtsbruchs bzw. einer Straftat bezichtigt, dann hat er das zu belegen. Wo kommen wir hin, wenn man im Falle von Mobbingopfern das Prinzip der Unschuldsvermutung auf den Kopf stellt und Beschuldigte plötzlich 'ihre Unschuld beweisen' müssen? Das wäre bei keiner noch so schweren Straftat wie Raub oder Erpressung der Fall. Und im Falle von Mobbing soll das aber gelten?
Wie anders als in der gerade dargestellten Weise will man sonst diesen heuchlerischen Aufschrei des Entsetzens in diesem eigenartigen Forum verstehen, dem offenbar die Empörung darüber zugrunde liegt, dass das Beschwerdezentrum erwartet, dass schwer wiegende Vorwürfe gegen ehemalige Vorgesetzte von Beutler belegt werden müssen? Dass man zumindest erwarten kann, dass er diese Vorwürfe konkretisieren kann, 'beschreiben' kann.
Sind diese Leute dort vollständig verrückt (geworden)? Sie regen sich auf, weil der Interviewer ungeduldig wird angesichts der Tatsache, dass Beutler seine schweren Beschuldigungen, die er gegen ehemalige Vorgesetzte vorbringt, einfach nicht konkretisieren kann, dass man in stundenlangen Interviews immer wieder ins Leere greift, wenn man versucht, diese Vorwürfe zu konkretisieren. Was haben solche Menschen für eine Vorstellung von Recht und Rechtstaatlichkeit? Offenbar haben Sie den Eindruck, aus ihrer (zuweilen wohl vermeintlichen) Opferrolle Sonderrechte ableiten zu dürfen.
Wenn sie als Opfergruppe meinen, aus (verständlicher) Betroffenheit die Interessen der Beschuldigten aus dem Blick verlieren zu dürfen, dann sollten Sie mindestens in der Lage sein einzusehen, dass Journalisten nicht so handeln dürfen, dass es eine schwere Verletzung journalistischer Grundsätze darstellt, wenn man leichtfertig (aufgrund von Parteilichkeit) trotz berechtigter Zweifel Vorwürfe als wahr unterstellt und das dann auch noch öffentlich macht. Es ist wirklich nicht zu fassen: Da kommt doch diese Hensel daher, und sieht die Interessen von Beutler verletzt! Unglaublich! - Nicht eine Spur eines Gedankens daran, dass Beutler möglicherweise seinerseits die Interessen der von ihm Beschuldigten verletzen könnte. Auch Hensel war nicht dabei, als Beutler vermeintlich Opfer wurde, aber für ihn ist offenbar klar, wer hier glaubwürdig ist und wer nicht - gleichgültig, in welche Widerspräche Beutler sich auch verwickeln mag bei seinen Schilderungen! Ein solches Vorgehen ist einfach erbärmlich.
Er und die anderen Leute in diesem Forum halten sich an dem Interviewstil auf, weil sie sehr deutlich spüren, dass das Interview inhaltlich wahrlich zu berechtigten Zweifeln an der Behauptung Beutlers, Opfer von Mobbing geworden zu sein, Anlass gibt. Der durchsichtige Versuch, diese Tatsache der berechtigten Zweifel nun dem Interviewstil anzulasten, ist lächerlich! - Jeder, der die Interviews aufmerksam hört, kann sich leicht davon überzeugen, wie lächerlich diese Ausrede ist.
Es ist selbstverständlich möglich, dass Beutler tatsächlich Opfer von Mobbing geworden ist. Aber es ist ebensogut möglich, dass er das nicht geworden ist. Und wenn dieser Vorwurf unberechtigt ist, dann haben die von ihm Beschuldigten ein Recht darauf, dass dies auch deutlich ausgesprochen wird. Und wenn begründete Zweifel daran bestehen, dass der Vorwurf berechtigt ist, dann haben auch dann die Beschuldigten ein Recht darauf, dass auch dies deutlich angesprochen wird.
Die Redaktion