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STILLES UND BEWEGTES QIGONG
Rosmarie Weibel
Erst waren es Schamanen, die im Kampf ums Überleben einfachste QiGong Praktiken entwickelten, die der Stärkung der physischen Kondition und der Beweglichkeit des Körpers dienten. Aufgrund einer genauen Beobachtung der Tierwelt und der Abläufe der Natur gelangten sie zur Erkenntnis, dass der optimale Austausch der Lebenskraft zwischen Mensch und Kosmos gewissen Voraussetzungen bedarf. Aus dieser fundamentalen Erkenntnis entstanden die ersten QiGong Praktiken. Älter als alle Weltreligionen, beruht QiGong einzig und allein auf den Gesetzen der Natur, deren energetische Dynamik es auf eine wunderbare Weise zum Ausdruck bringt.
„Qi“ bedeutet „Lebensenergie“, „Gong“ deutet auf ein regelmässiges Üben hin mit dem Ziel, die Meisterschaft über das persönliche „Qi“ zu erlangen. QiGong ist eigentlich Lebenskunst; nämlich die Kunst, mit den vielfältigen Energien und Kräften in und um uns in Harmonie zu leben. Taoismus und Konfuzianismus, die beiden grossen philosophischen Richtungen aus China, definieren den Zustand von Glück als die „perfekte Harmonie zwischen Mensch und Natur“. Dieses Gleichgewicht erreicht man durch eine natürliche Lebensweise, die durch QiGong optimiert werden kann. QiGong ist ein ausgezeichnetes Instrumentarium zur Verbesserung der Energiezirkulation, zur Stärkung der Vitalität und zur Entwicklung von Fähigkeiten und Eigenschaften wie beispielsweise Intuition, Mitgefühl, Charisma und innerem Frieden. Ein Urvertrauen wächst aus der erlangten inneren Harmonie heraus und verleiht einem im täglichen Leben Standhaftigkeit, Kraft und Ausdauer.
Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Stillem QiGong und Bewegtem QiGong. Im Stillen Qigong liegt der Fokus mehr bei der inneren Bewegung des „Qi“, im Bewegten QiGong auf der nach aussen gerichteten Energie, die z.B. durch Körperbewegungen zum Ausdruck gebracht wird. In beiden Fällen ergänzen sich jedoch innere und äussere Bewegungen, um so ein Ganzes zu bilden. Das Stille QiGong, das mehrheitlich in den taoistischen Klöstern entwickelt wurde, dient in erster Linie der spirituellen Arbeit an sich selbst. Solche Übungen der Einkehr ermöglichen dem Praktizierenden in höhere Bewusstseinszustände zu gelangen und geben ihm Einblick in die feinstofflichen Parallelwelten, um so sein Verständnis von der Schöpfung zu vertiefen. Die meditativen Übungen des Bewegten QiGong haben insbesondere die Stärkung des Körpers, die psychisch-seelische Stabilität sowie die bewusste Energieharmonisierung zum Ziel. Gewisse Übungen dienen speziell der Heilung und Therapierung von Gesundheitsproblemen bei Drittpersonen und zur Stärkung der therapeutischen Fähigkeiten. Doch bevor QiGong in China als wirkungsvolles Heilverfahren eingesetzt wurde, waren die verschiedenartigen Praktiken erst ein bewährtes Mittel zur Gesundheitsvorsorge für arm und reich.
Das regelmässige Praktizieren von QiGong führt zu einer Art Gelassenheit dem Leben und seinem « Auf und Ab » gegenüber und mit der Zeit sogar zum bedingungslosen, vertrauensvollen Akzeptieren dessen, was täglich auf uns zukommt. QiGong bedeutet für mich « Kunst zu Sein », bewusst-spielerisch mit-zu-fliessen mit den allzeit sich verändernden Lebensbedingungen und den unerwarteten Möglichkeiten zum spirituellen Wachstum, die uns das Leben schenkt.
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Mobbing/Gesundheit/Entspannung/QiGong/Einfuehrung/StillesUndBewegtesQiGong (last edited 2009-11-09 12:23:20 by DetlevLengsfeld)