SPD
Freunde wollen wir sein
wie die SPD mit der IGM zusammenwirkt kann man prima auf den einzelnen Seiten der Freunde einsehen. Das geht von Meineid über Betrug hin zum Verrat an Arbeitnehmern! Berichte mit dem Tag SPD aus dem Portal des Mobbing-Gegners Die meisten dieser solidarischen Genossen stammen aus der SPD Niedersachsen und der SPD Wolfsburg
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Zur Bundestagswahl 2009 weg mit der SPD
Im Gespräch: Bernd Wehlauer , stellvertretender Vorsitzender des VW-Gesamtbetriebsrates
"Die IG Metall ist eine Art Greenpeace für Arbeitnehmer"
Ob Friedrich Merz (CDU) oder Rainer Brüderle (FDP) in Berlin, ob Angelika Jahns und Torsten Werner (beide CDU) in Wolfsburg, ob Professor Dudenhöffer oder der frühere VW-Chef Carl Hahn - es ist bei vielen Politikern, Unternehmern und Wissenschaftlern Mode geworden, auf die Gewerkschaften einzudreschen. Dazu ein Beitrag von Bernd Wehlauer.
Die IG Metall ist eine Menschenrechtsorganisation, sagt Bernd Wehlauer voller Überzeugung und mit einer gehörigen Portion Stolz in der Stimme. Wie Greenpeace die Umwelt oder Amnesty International die politischen Gefangenen schützt, so schützen Gewerkschaften die Rechte der Arbeitnehmer. Und weil diese zunehmend von Arbeitgebern und Politikern bedroht seien, werden die Gewerkschaften immer wichtiger, so der stellvertretende Vorsitzende des VW-Gesamtbetriebsrates.
Wehlauer verfolgt mit großer Sorge, die teilweise schon gehässigen anti-gewerkschaftlichen Attacken in den Medien und der politischen Öffentlichkeit. "Das ist der primitive Versuch, die Arbeitnehmer und Betriebsräte von den Gewerkschaften zu trennen", analysiert er nüchtern. Die Betriebsräte, so werde souffliert, seien die guten und ehrlichen Interessenvertreter; die Gewerkschaften dagegen machtgeile Ideologen, die den Arbeitnehmern ihren weltfremden Willen überstülpen wollen.
Die Taktik sei klar, so Wehlauer. Ohne starke Gewerkschaften im Rücken, das weiß er als langjähriger Betriebsrat aus eigener Erfahrung, sind die Einflussmöglichkeiten der betrieblichen Interessenvertreter äußerst eingeschränkt. "Es soll doch niemand glauben, dass wir unsere guten Tarifverträge bei VW nur deshalb bekommen haben, weil wir so überzeugende Argumente in den Verhandlungen hatten", sagt er. Nein - das Pfund der VW-Belegschaft sei der hohe Organisationsgrad. Wehlauer: "Wir können als Betriebsrat noch so kompetent mit dem Management verhandeln. Wenn die nicht wüssten, dass wir notfalls Druck erzeugen könnten, würden die uns locker aussitzen."
Und Wehlauer liefert gleich auch den Gegenbeweis: "In den Branchen und Betrieben, wo die Gewerkschaften nur schwach vertreten sind, setzen die Unternehmer noch hemmungsloser Lohndumping und miese Arbeitsbedingungen durch" - siehe die Kfz-Branche, viele Handwerksbereiche, Lidl oder Schlecker. Mit den von CDU und FDP geforderten "Betrieblichen Bündnissen" würden die Beschäftigten vollends der Macht der Unternehmer ausgesetzt: "Welche Chance hat denn ein Betriebsrat in einem kleinen Unternehmen, wenn der Chef die Alternative stellt: Geld oder Job?"
Arbeitnehmer sind aber keine Bittsteller in unserer Gesellschaft, so der Gewerkschafter. "Demokratie darf und kann nicht am Werkstor aufhören." Die Arbeitnehmer haben ein Recht, an der Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen beteiligt zu werden. Unternehmen seien schließlich nicht ausschließlich dazu da, Profit zu machen. Sie hätten in gleicher Weise Verantwortung für die Zufriedenheit der Kunden ihrer Produkte, die Sicherung der Jobs sowie ein existenzsicherndes Einkommen ihrer Mitarbeiter und eine akzeptable Rendite für die Aktionäre.
Wehlauer zitiert Kanzler Schröder, der von der "Teilhabe der Beschäftigten am Sagen und Haben" gesprochen habe. Unsere wichtigste Teilhabe an einem Unternehmen sei, so der VW-Betriebsrats-Vize, die Beschäftigungssicherung. Wehlauer: "Ein Mensch, der täglich Angst um seinen Job und damit um seine Lebensexistenz hat, ist ohne Würde. Er ist erpressbar und zu kritiklosem Gehorsam verdammt." Damit auch Arbeitnehmer ihre Würde behalten können - kommt Wehlauer wieder zum Ausgangspunkt einer Betrachtung zurück - brauchen sie ihre Menschenrechtsorganisation - eine Gewerkschaft.
Dem stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden ist klar, dass die Basis der Beschäftigungssicherung die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens ist: "Ein Unternehmen. egal wie groß es ist, dass seine Produkte nicht mit einer ausreichenden Rendite verkaufen kann, wird nicht überleben können." Deshalb hätten IG Metall und Betriebsrat stets mitgeholfen, Arbeitsabläufe produktiver und kostensparender zu machen. "Wir wissen, ohne Wirtschaftlichkeit gibt es auch für uns nichts zu verteilen. Und ohne Gewinne gibt es keine Investitionen in Standorte und neue Produkte", sagt er.
Bernd Wehlauer befürwortet aber eine gesellschaftliche Diskussion zu der Frage: Wieviel Profit muss ein Unternehmer eigentlich machen? 5 Prozent? 10 Prozent? Oder gar 25 Prozent - wie der Deutsche Bank-Chef Ackermann meint? Die Belegschaft bei VW war immer bereit, ihren Beitrag zur Stabilität des Konzerns zu leisten, erinnert Wehlauer an die vielen Milliarden, die die Beschäftigten bereits an Vorleistungen gebracht haben. Wehlauer: "Deswegen wollen sie in der aktuellen Krise auch nicht die sein, die allein die Karre aus dem Dreck ziehen sollen."
Meldung vom 12.10.2005
-- DetlevLengsfeld 2007-05-05 17:00:23
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