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Mobbing in der Schule
Ein riesiges Problem. Hier werden Kinder schon derart negativ geprägt, das Sie die Auswirkungen evtl. ein Leben lang nicht verarbeiten.
Mobbing muss aus der Schule fliegen!
Gerne weise ich auf ein vor Jahren aufgeführtes
[http://www.goethe.lb.bw.schule.de/faecher/theater/wolf/wolf.htm Theaterstück] hin.
Ludwigsburger Kreiszeitung 25.10.2002 Abiturient präsentiert selbstgeschriebenes Theaterstück Die Geschichte beschreibt den Leidensweg einer Außenseiterin - Gelungene Aufführung mit 17 Schauspielern
Mit dem Thema Mobbing an der Schule setzt sich das Stück „Von Wölfen und Lämmern" der Theater-AG des Goethe-Gymnasiums auseinander. Am Mittwochnachmittag wurde es in der Schule aufgeführt. Geschrieben hat das Stück der Abiturient Peter Schmitt, der gleichzeitig die Regie führte.
Stefanie ist eine Außenseiterin. Eine Clique von Mitschülern hat sie auf dem Kieker; sie quälen und beschimpfen sie, nach einer Weile verlangen sie sogar Schutzgeld von. ihr. Die Lehrerin ist zwar nett, scheint aber von alledem nichts mitzubekommen. Die Eltern bereiten Stefanie auch keine Freude. Für ihre Sorgen und Ängste haben sie kein Interesse, mit der unbegründeten Sorge um ihre schulischen Leistungen übertreiben sie maßlos. Die einzigen Lichtblicke sind ein Junge aus Stefanies Klasse und ein Physikwettbewerb, für den sie sich begeistert. Beides wird ihr am Ende genommen. Sie entschließt sich zur Flucht. Geschrieben hat das Stück der Abiturient Peter Schmitt. Er musste, damit alle Schauspieler der AG mitmachen konnten, den ursprünglichen Entwurf ändern: „Am Anfang gab es viel weniger Rollen. Also mussten einige Nebenrollen hinzugefügt werden." Dadurch ist kein Schaden entstanden, brachten doch diese Veränderungen zum Beispiel den lustig schwadronierenden Ladenbesitzer hervor. Auch der gefühlskalte Vater ist eine eher komische Figur.
Im Goethe-Gymnasium gibt es jedes Jahr eine Theater-AG. Es finden sich immer genug Schüler, die teilnehmen möchten. Allein an diesem Stück haben 17 Schauspieler, drei Techniker, drei Regisseure und eine Souffleuse teilge nommen. Alle hatten offensichtlich Spaß daran. Jeder konnte seinen Text, die Regie passte und die jungen Schauspieler spielten ihre Rollen gut. Die Gestaltung des Zuschauerraums war sehr einfallsreich. Die Zuschauer saßen zwischen zwei Bühnen und mussten nach links und rechts blicken, um das Geschehen zu verfolgen. Herausragend war die Leistung der Hauptdarstellerin Sandra Zöllner. Die Achtklässlerin musste entschieden mehr Text lernen, länger auf der Bühne sein und länger in ihrer Rolle bleiben als alle anderen. Das hat sie gut hinbekommen. Erfreulich war vor allem, mit wieviel offensichtlicher Spielfreude und Enthusiasmus jeder mitwirkte. Christopher Camp
Ein Lamm löschte seinen Durst in einem klaren Bache. Dabei wurde es von einem hungrigen Wolf überrascht. »Wie kannst du es wagen«, rief er wütend, »mir meinen Trank zu trüben? Für diese Frechheit musst du bestraft werden!« »Ach, mein Herr«, antwortete das Lamm, »seien Sie bitte nicht böse. Ich trinke ja zwanzig Schritte unterhalb von Ihnen. Daher kann ich Ihnen das Wasser gar nicht trüben.« »Du tust es aber doch!« sagte der grausame Wolf. »Und außerdem weiß ich, dass du im vergangenen Jahre schlecht von mir geredet hast.« »Wie soll ich das wohl getan haben«, erwiderte das Lamm, »ich war da ja noch gar nicht geboren.« »Wenn du es nicht tatest, dann tat es dein Bruder!« »Ich habe aber keinen Bruder.« »Dann war es eben irgendein anderer aus deiner Familie. Ihr habt es überhaupt immer auf mich abgesehen, ihr, eure Hirten und eure Hunde. Dafür muss ich mich rächen.« Mit diesen Worten packte der Wolf das Lamm, schleppte es in den Wald und fraß es einfach auf.
La Fontaine
Von Wölfen und Lämmern
Stefanie wohnt mit ihren Eltern in einem schmucken Reihenhaus am Stadtrand. Der Vater verdient als Manager einer Bank genug, so dass sich die Familie zumindest in finanzieller Hinsicht keine Sorgen machen muss. Die Mutter arbeitete bis zur Geburt ihrer einzigen Tochter als Krankenschwester, nun ist sie „ganz“ für ihre Familie da. Stefanie selbst ist ein intelligentes vierzehnjähriges Mädchen. Ihre Schulleistungen lassen nichts zu wünschen übrig; sie hat eine besondere Vorliebe für die Naturwissenschaften und möchte sogar an einem Wettbewerb über alternative Energien teilnehmen.
„Eine wahre Idylle“ sollte man meinen. Doch der Schein trügt: Stefanie ist eine Außenseiterin. Sie hat keine Freunde und wird in der Schule von Vanessa und deren Clique gemobbt, gequält und erpresst.
Mit ihren Eltern kann Stefanie nicht darüber sprechen, da diese ihr nichts glauben und einen stark autoritären, intoleranten Erziehungsstil pflegen.
Stefanie wird von Tag zu Tag verzweifelter. Lediglich Jan, ein Klassenkamerad, hält zu ihr. Wenn sie mit ihm durch die Stadt bummelt, fühlt sie sich geborgen und genießt die Schönheit des Augenblicks wie in einem Traum, der dann wieder jäh vom unerträglichen Alltag unterbrochen wird. Ist Stefanie bereit zu kämpfen? Gelingt es ihr, genügend Kraft aufzubringen, um ein lebenswerteres Leben zu führen? Oder lässt sie sich von Ihren Schwierigkeiten auffressen?
Christoph Schmitt
Gewalt in der Schule
Mobbing allgemein
In diesem Artikel versuche ich, einen kleinen Überblick über Schulmobbing zu geben. Da Mobbing allerdings ein sehr vielschichtiger und facettenreicher Prozess ist, können auf wenigen Seiten nicht alle Aspekte hinreichend beleuchtet werden. Auch auf Mobbing im Beruf und im sozialen Umfeld usw. kann hier nicht eingegangen werden. Am Ende dieses Artikels finden Sie Quellen für weitergehende und umfangreichere Informationen zum Thema „Mobbing“.
Definiton des Begriffs „Mobbing“ „Mobbing“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „anpöbeln“, „fertig machen“ (mob = Pöbel).
Mobbing ist eine Form offener und/oder subtiler Gewalt gegen Personen über längere Zeit mit dem Ziel der sozialen Ausgrenzung.
„Mobbing“ hat sich zu einem Modewort entwickelt, das oft verallgemeinernd für zwischenmenschliche Konflikte aller Art benutzt wird. Die Grenze zwischen alltäglichen Aggressionsausformungen und Mobbing ist fließend, dadurch wird eine differenzierende Auseinandersetzung mit Mobbing für Lösungsansätze immer wichtiger.
Denn nicht jede Anfeindung zwischen Menschen, die zusammen arbeiten/lernen (müssen), ist gleichbedeutend mit Mobbing. Bei Mobbing handelt es sich vielmehr um häufige und lang anhaltende systematische und auf eine Person gerichtete Schikanen, bei der das Opfer unterlegen ist. Das Ziel der Täter ist meistens der Ausstoß des Opfers aus dem schulischen Umfeld, dem Arbeitsverhältnis bzw. die soziale Ausgrenzung.
"Eine Unverschämtheit, einmal gesagt, ist und bleibt eine Unverschämtheit ... wiederholt sie sich aber jeden Tag über mehrere Wochen, dann sprechen wir von Mobbing."
Symptome des Mobbings
Mobbing-Handlungen kann man in fünf Gruppen einteilen, die die Auswirkungen für Mobbing-Opfer beschreiben.
1. Angriffe auf Möglichkeiten, sich mitzuteilen: Das Opfer wird z.B. ständiger Kritik ausgesetzt oder laufend angeschrieen, mündlich und/oder schriftlich bedroht oder andauernd unterbrochen.
2. Angriffe auf soziale Beziehungen: Das Opfer wird nicht mehr beachtet, anderen Schülern wird verboten, mit dem/der Betroffenen zu sprechen.
3. Angriffe auf das soziale Ansehen: Durch Beleidigungen, Klatsch und Intrigen wird der Leidtragende diskriminiert, obszöne Schimpfworte oder andere entwürdigende Ausdrücke werden nachgerufen.
4. Angriffe auf die Qualität der Arbeit Die Täter teilen dem Opfer kränkende, beleidigende, degradierende oder sinnlose Arbeiten zu.
5. Angriffe auf die Gesundheit Dazu zählen sexuelle Belästigungen, Handgreiflichkeiten/leichte Gewalt, Androhung von Gewalt, Zwang zu gesundheitsschädlicher Tätigkeit und Verursachung von Kosten für den Betroffenen. Je nach Altersstufe verschieben sich die Rechtfertigungen für das Mobbing:
In der Unterstufe werden eher ungeschickte und unbeholfene Schüler gemobbt, während in der Mittelstufe Mode-Normen, Verhaltensweisen im Unterricht („Streber“) und gegengeschlechtliche Freundschaften (Eifer-sucht, Rivalität) das Mobbing bestimmen. In der Oberstufe spielt der Konkurrenzdruck die größte Rolle.
Jungen neigen eher zu offener Aggression und greifen ihr Gegenüber körperlich oder verbal an, während Mädchen eher subtilere Formen wie Manipulation, Gerüchte verbreiten oder soziales Ausgrenzen verwenden; dies wird auch als Beziehungsaggression bezeichnet.
Schulmobbing
Ursachen
Natürlich stellt sich die Frage: Warum wird überhaupt gemobbt? Wie kommt es dazu?
Generell kann man Mobbing als ein Kommunikationsproblem verstehen. Die Opfer werden isoliert und ziehen sich zurück, die Täter bekommen keine Rückmeldung über die Auswirkungen ihrer Schikanen und die „passiven Zuschauer“ sind ratlos, haben Angst, schweigen und verhalten sich in gewissem Maße voyeuristisch.
Auch werden Persönlichkeitszüge oder vemeintliche Besonderheiten im Aussehen als Vorwand oder Rechtfertigung für Mobbing benutzt. Dabei geht es den Tätern nur darum, ihre eigenen „Fehler“ zu verstecken und von ihnen abzulenken.
Täter
Schüler, die aktiv mobben, haben oft ein geringes Selbstbewusstsein, möchten Stärke und Macht demonstrieren (wobei eher körperliche als geistige Überlegenheit zählt), und Schwächen kompensieren. Sie treten gerne als Anführer ihrer Clique auf.
Opfer
Gemobbt werden Schüler, die ängstlich sind, ein geringes Selbstwertgefühl haben (wie die Täter), auffällig aussehen, ungeschickt oder einfach hilflos sind. Manchmal kommen potentielle Opfer auch aus Familien mit betont gewaltsensiblen bzw. gewaltächtenden Verhaltensnormen, oder es trifft Schüler, die besonders gutgläubig und vertrauensvoll auf ihre Mitschüler zugehen. Letztlich verfügen sie nicht über die nötige soziale Gewandtheit, um ganz allein den Angriffen der Täter die Stirn zu bieten.
Folgen
Direkte bzw. kurzfristige Folgen für Mobbingopfer können sein:
• Schulangst • Leistungsabfall, schlechtere Noten, Unkonzentriertheit • psychosomatische Erkrankungen • Schule schwänzen, „Krankheits“-Fehltage • Isolation, Rückzug aus sozialen Bezügen • schwindendes Selbstbewusstsein/Selbstwertgefühl
Langzeitfolgen sind meist psychischer und psychosomatischer Natur, z.B. kann das Selbstbewusstsein auf Dauer gestört bleiben (nicht nur im Leistungsbereich), Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Albträume, Schlafstörungen, Ängste und Depressionen treten auf. Es kann sogar zu Suizidversuchen bzw. vollzogenem Suizid kommen.
Täter sind von Langzeitfolgen mindestens genauso betroffen wie Opfer. Denn Mobber können sich nur auf Kosten anderer Menschen profilieren, sobald sie aber auf sich selbst gestellt sind, versagen sie kläglich. Außerdem kann ein fehlendes Gerechtigkeitsbewusstsein zu einer kriminellen Laufbahn führen.
Lösungswege
Als allererstes müssen verschiedene Behauptungen, die sich als durchgehend falsch erweisen, aus dem Weg geräumt werden.
• „An unserer Schule gibt es kein Mobbing.“ Fälle von Mobbing, die bekannt werden, sind keine Einzelfälle! Die Überzeugung, Mobbing komme unter Schülern einer bestimmten Schule nicht vor, erwies sich in verschiedenen Studien als falsch. Ein beträchtlicher Anteil der SchülerInnen erlebt Mobbing direkt oder indirekt.
• „Mag sein, dass Mobbing an unserer Schule vorkommt, aber es ist harmlos.“ Mobbing ist niemals harmlos. Mobbing-Opfer erleben körperliche und/oder seelische Verletzungen und soziale Isolation. Kinder und Jugendliche in Mobbing-Situationen brauchen Unterstützung von außen, denn Betroffene können sich meist nicht mehr selbst wehren. • „Als LehrerIn kann ich nichts gegen Mobbing unternehmen.“ Diese Behauptung bedeutet: Wegschauen. Lösungen lassen sich aber nur durch Hinschauen und Handeln finden. Schulen brauchen präventive Anti-Mobbing-Strategien und wirkungsvolle Lösungen im Umgang mit Mobbing-Vorfällen. Das gemeinsame Handeln in der ganzen Schule ist von größerer Wirkung als Einzelaktionen verschiedener Klassen.
Der nächste Schritt
Opfer müssen sich an eine Person wenden, die helfen kann (Lehrer, Schulpsychologen, Eltern, Freunde, Außenstehende, Beratungsstelle). Viele Opfer schämen sich, dass sie gemobbt werden und leiden still vor sich hin. Es ist jedoch wichtig, dass sie Personen, denen sie vertrauen, von Mobbing-Vorfällen erzählen. LehrerInnen müssen klar Standpunkt beziehen und versuchen, zumindest den "zusehenden" Mitschülern, möglichst aber auch den Tätern einen Perspektivenwechsel zu ermöglichen und ihnen die psychischen Folgen für die Opfer in einer solchen Situation klar zu machen. Sie sollen Schüler ermutigen, über Mobbing-Vorfälle zu berichten. Opfer müssen geschützt und unterstützt werden, Täter sind zur Rede zu stellen und aktiv in die Lösung mit einzubeziehen. Als präventive Maßnahme gegen Mobbing können Klassenregeln vereinbart werden. In Einzelfällen kann auch mit dem Jugendamt, der Erziehungsberatungsstelle oder einer anderen Beratungseinrichtung (durch Fallbesprechung oder Betreuung betroffener Familien oder Kindern/Jugendlichen) zusammengearbeitet werden. Eltern müssen die Warnsignale von Mobbing kennen. Sie sollten das Kind ernst nehmen, wenn es z.B. nicht mehr in die Schule gehen will, morgens Magenschmerzen hat, Albträume hat, oft krank ist, Schulsachen beschädigt nach Hause bringt oder Geld fehlt. Bei Mobbing-Verdacht sollten sie die Schule informieren und fordern, dass gehandelt wird. Notfalls können sie sich auch an die Schulleitung, den Verbindungslehrer oder eine Beratungsstelle wenden.
Allgemein müssen in Zukunft in Schulen präventive Maßnahmen gegen Gewalt und Mobbing durchgeführt werden und Projekte unterstützt werden, die das Schulklima verbessern und eine offene Atmosphäre und faire konstruktive Gesprächs- und Streitkultur ermöglichen. Dies kann in Projekten (z.B. Streitschlichter-Projekten), Elternabenden, Konferenzen, Vorträgen etc. geschehen.
Lehrer Mobbing
-- DetlevLengsfeld 2006-07-13 06:50:55
Mobbing/Mobbing in der Schule (last edited 2008-11-20 07:52:14 by )