Einführung:
1. Abschnitt aus Mobbing-Ratgeber für Mobbing-Gegner
Was ist Mobbing überhaupt?
Der Begriff stammt aus dem Englischen: „to mob“ und bedeutet soviel wie „über jemanden lärmend herfallen, angreifen, attackieren, anpöbeln“. Nicht jede unschöne Bemerkung ist Mobbing. Dies liegt erst dann vor, wenn es systematisch geschieht und über einen längeren Zeitraum andauert. Die „Gesellschaft gegen psychosozialen Stress und Mobbing“ in Deutschland hat folgende Definition entwickelt: „Mobbing ist eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder mehreren anderen Personen systematisch und während längerer Zeit direkt oder indirekt angegriffen wird, mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes, wenn die angegriffene Person dies als Diskriminierung erlebt.“ Während offene Konflikte für alle Betroffenen sichtbar und wahrnehmbar sind und offen ausgetragen werden, werden verdeckte Konflikte nicht offen an- bzw. ausgesprochen. Bei verdeckten Konflikten ist die vorhandene Spannung zwar für den Einzelnen spürbar, trotzdem ist das äußere Verhalten oft höflich und formell. Wer kennt die Situation im Arbeitsprozess nicht aus eigener Erfahrung, wenn in Gegenwart einer Person mit dieser freundlich und nett gesprochen wird und, kaum dass sie den Raum verlassen hat, ihr das Schlechteste nachgesagt wird ? Beziehungskonflikte beruhen oft auf unbewusster Antipathie, aufgrund dieser werden Gründe für deren Rechtfertigung gesucht. Eine spontane Abneigung kann sich zu einem ständigen Prozess von gegenseitigem Ärgern und Provozieren entwickeln, wodurch tatsächlich greifbare Gründe entstehen. Solche Konflikte sind auf mangelnde Akzeptanz rückführbar (man fürchtet um seinen „Ruf“). Anfällig für solche Konflikte sind vor allem Menschen mit geringem Selbstwertgefühl. Eine typische Ausgangssituation für Mobbing ist die Rolle des Sündenbocks. Der Ausspruch „Endlich haben wir jemanden gefunden, den wir für alles Negative verantwortlich machen können!“ ist symptomatisch. Bei Unstimmigkeiten und Konflikten am Arbeitsplatz wird oft ein Mitarbeiter zum Sündenbock gestempelt, gegen den sich die anderen verbünden. Schon in der Schule werden Außenseiter zu Mobbingopfern ihrer Mitschüler und manchmal auch der Lehrer.
Mit den Jahren, aufgrund meiner eigenen schlimmen Erfahrungen, habe ich mir eine Überlebensstrategie im Polizeiberuf zurecht gelegt. Ich muss nicht versuchen draußen auf der Straße vor diesen bösen Buben zu überleben, sondern ich muss versuchen in den eigenen Reihen zu überleben. Die anderen Leute die ich ebenfalls kennen gelernt habe, versuchte ich zu begleiten, sagte ihnen jedoch irgendwann, dass ich gerade ein Buch schreiben würde und ich damit versuche den Menschen einigermaßen zu helfen. Ich musste mir eingestehen, dass ich die Welt nicht retten kann und auch nicht die Zeit habe um für jeden da zu sein da ich schließlich selbst noch ein Leben habe. Dies hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern damit, dass man seine eigenen Kräfte sinnvoll einteilen sollte. Wie sollte ich schließlich anderen helfen, wenn ich selbst nicht mehr weiter machen konnte. Natürlich begleitete ich einige Menschen gerade in ihrer schlimmsten Krise, legte den Kontakt jedoch auf Eis als ich wusste, dass sie über den Berg waren. Die Idee von meinem Buch weckte bei vielen großes Interesse. Dadurch wurde ich auch bestärkt es fertig zu schreiben. Oftmals sagte ich mir, wenn ich nur einem Menschen helfen kann, habe ich sehr viel erreicht. Also sagte ich mir „versuche alles Mögliche um anderen zu helfen, egal in welcher Form !“ Helfen war schon von Kindesbeinen auf meine Lebensaufgabe. Natürlich wurde mir diese Eigenschaft oftmals zum Verhängnis – nicht beim Bürger auf der Straße, nicht bei meinen Freunden zu Hause, nicht bei irgendwelchen Menschen auch wenn sie fremd waren denen ich geholfen habe, sondern ganz alleine bei der Polizei ! Dort wurde mir diese Eigenschaft – offen, ehrlich und hilfsbereit durchs Leben zu gehen, zum Verhängnis. Ich mache meinen Eltern sehr große Vorwürfe, dass sie mich zur Offenheit und Ehrlichkeit erzogen haben. Dass sie mich so erzogen haben, dass ich zuerst an andere denke und ich, wenn überhaupt, ganz am Schluss komme. Sei zuerst für die anderen da und wenn ein kleines Stück vom Kuchen übrig bleibt und niemand es möchte kannst du es haben ! Das war so der Grundsatz für mein Leben. Als ich damals so „auf die Menschheit los gelassen wurde“, um es sarkastisch auszudrücken, dachte ich, dass ich mit meiner Art doch gut zurecht kommen würde. Schließlich schätzten all meine Freunde, egal ob zu Kindergarten-, Schul- oder Ausbildungszeiten in meiner ersten Ausbildung in einem öden Büro, meine fröhliche, hilfsbereite und offene Art . Damals schätzten doch alle meine Freundlichkeit. Vor allem mein privates Umfeld fand es klasse, dass ich die Dinge so sagte wie ich es auch meinte. Lügen ist falsch und warum soll ich meine Mitmenschen anlügen ? Abgesehen davon wurde ich doch auch zur Ehrlichkeit erzogen. So hasste ich nichts mehr als Lügen und eben das erwartete ich auch von meinem Gegenüber. Wie soll ich jemandem vertrauen können der mich anlügt ? Vor allem hatte ich auch den Grundsatz – behandle deinen Gegenüber so, wie du selbst behandelt werden möchtest ! Nun wird man denken, wie kann so jemand in so einem Beruf wie der Polizei zurecht kommen, wo man doch tagtäglich von irgendwelchem menschlichen Abschaum angelogen wird ? Gute und berechtigte Frage. Hat man natürlich das gewisse Gespür für Recht und Unrecht ist dies keine Kunst. Natürlich war mir klar, dass man dem Gegenüber grundsätzlich mal gar nichts glauben darf. Betrachte die Dinge neutral, denn für die Klärung der Wahrheit oder Unwahrheit gibt es bestimmte Institutionen wie Staatsanwaltschaft oder Gericht deren Aufgabe es ist diese Frage zu klären. Natürlich hatte ich in meinem Beruf, wie aber auch privat dieses Feingefühl wo man einschätzen konnte, ob es der Gegenüber ehrlich meint oder nicht. Naiv ging ich vielleicht bis zu dem Tag durchs Leben, als ich zur Polizei ging. Ich möchte in diesem Buch einige Fälle nennen, wo einfach zum Nachdenken anregen sollten. Mir ist klar, dass ich hiermit ein äußerst brisantes und unangenehmes Thema aufgreife, aber ich sage mir, dass ich meinem Ziel vom April 2004 treu bleiben werde – ich Kämpfe für den guten Zweck und ich möchte etwas gutes in meinem Leben bewirken ! Ich habe diesem Buch auch einen Fragebogen beigelegt, welcher eigentlich von sämtlichen Bediensteten ausgefüllt werden sollte. Für Mobber eine Horrorvorstellung, für die Opfer jedoch ein interessanter Bereich. Unsere Vorgesetzten sind doch Statistik-Fanatiker. Die Zahlen müssen stimmen !
Es kommen Äußerungen seitens der Vorgesetzten wie „Ach, nur so wenige Blutproben in diesem Quartal“ oder „Mehr Kontrollstellen, mehr Anzeigen, mehr Führerscheine“. Dadurch wird enorm großen Druck auf die Beamten ausgeübt. Die Kriminalitätsstatistik muss stimmen, doch warum existiert keine Statistik über die dienstliche Situation ? Eine Statistik wie ich sie z.b. in dem Fragebogen aufgestellt habe. Warum stellt man nicht einmal eine Statistik zusammen bei welcher man nachvollziehen kann, wie viele Beamte z.b. im Jahr krank waren, wie viele Todesfälle in den eigenen Reihen, wie viele Versetzungsgesuche u.s.w. ? Warum spricht niemand über die oftmals unzumutbaren Zustände auf den Polizeirevieren ? Bei der Kriminalitätsstatistik erwartet man hohe Zahlen, doch wie würde es z.b. bei einer Mitarbeiterstatistik aussehen ? Ziel einer Statistik ist es doch Dinge zu ändern oder gar zu verbessern. Anhand der Zahlen erkennt man, wo die Schwachstellen sind und wo man etwas verbessern muss. Nun ich stehe offen dazu – ich bin damals zur Polizei um Verbrecher zu jagen. Nehme ich einen Straftäter fest ist das für mich ein größerer Erfolg, als wenn ich bei einer Kontrollstelle z.b. 20 Autofahrer verwarne. Natürlich wird meine Einstellung verurteilt, aber sage ich mir doch, dass es Ziel der Polizei sein sollte für Sicherheit in der Bevölkerung zu sorgen. Verwarne ich die Hausfrau mit dem Kleinkind auf dem Rücksitz weil sie falsch parkt, ist dies in meinen Augen fast schon peinlich. Mache ich einen Schläger dingfest, welcher zuvor jemanden körperlich schwer verletzt hat, ist das für mich der große Erfolg worauf ich Stolz bin. Die Mutter mit dem Kleinkind interessiert mich hierbei weniger, denn diese fügt niemandem einen Schaden zu, aber der Schläger kann morgen wieder zuschlagen. Bei der Mutter reichen belehrende Worte, den Schläger lasst auch eine mögliche Gefängnisstrafe unbeeindruckt denn er weiß, dass er bald wieder frei ist und munter weiter machen kann. Der Mutter mit dem Kleinkind ist die Rüge von der Polizei jedoch eine Lehre und sie wird mit Sicherheit Besserung gebieten. Was ich damit sagen möchte ist, dass man einfach unterscheiden sollte was wichtig und was weniger wichtig ist. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass alles was ich dienstlich in all den Jahren geleistet habe in Augen meiner Vorgesetzten NICHTS war. Egal ob ich Straftäter in meiner Freizeit ermittelt und der Polizei überstellt habe, Menschen unter Einsatz meines eigenen Lebens gerettet habe, Straftaten geklärt habe oder sonst gute Arbeit geleistet habe – es wurde von niemandem honoriert, höchstens vom Bürger, bei welchem das Bild der Polizei dadurch ins positive Licht gerückt wurde. Ich kann mich noch gut an einen meiner letzten Fälle erinnern. Ich sollte einen Autofahrer anzeigen, welcher angeblich eine Fußgängerin angefahren hatte. Aufgrund der Darstellung des Unfallhergangs war mir klar, dass die Fußgängerin die tatsächliche Unfallverursacherin war. Den Autofahrer traf keinerlei Schuld und somit sah ich auch keinen Grund ihm etwas vorzuwerfen. Dank eines superguten Rechtsanwalts erreichte es die Fußgängerin, den Unfallhergang so darzustellen, dass man dem Autofahrer die Schuld hätte zuschieben können und sie das arme unschuldige Opfer gewesen wäre. Die Staatsanwaltschaft forderte aufgrund des neuen Sachstandes, dass der Autofahrer als Beschuldigter belehrt wird. Ich war absolut davon überzeugt, dass dieser unberechtigterweise zur Anzeige gelangen sollte. Also ermittelte ich in alle Richtungen, denn ich hatte das Ziel den Unfallhergang einwandfrei zu klären und die Unschuld oder Schuld des Autofahrers nachzuweisen, was mir nach umfangreichen Ermittlungen auch gelang. Der Autofahrer war mir unsagbar dankbar dafür, dass ich den Fall klärte und somit einen Unschuldigen entlastete. Mir ging es nur darum die Tat ohne Lücken zu klären.
Hätten meine Ermittlungen ergeben, dass der Autofahrer doch Schuld an dem Unfall gewesen wäre, hätte ich es auch als Erfolg gesehen, denn die Tat hatte ich geklärt. Als der Mann im Vernehmungszimmer so vor mir saß sagte er zu mir „wenn sie so gut arbeiten werden sie bestimmt befördert. Ihr Chef kann stolz sein, so gute Mitarbeiter zu haben. Oder bekommen sie für besonders gute Arbeit eine Lohnerhöhung ?“ Ich schaute den Mann verdutzt an und konnte mir dann das Lachen nicht verkneifen. Ich erklärte ihm, dass es mein Beruf sei Straftaten zu verfolgen und diese auch aufzuklären. Meinen Chef interessiert es nicht wie ich arbeite und was für Erfolge ich habe. Der Mann konnte dies nicht nachvollziehen und bedauerte diese Gleichgültigkeit. Für mich waren es auch stets die kleinen Erfolge, wenn ich von den Bürgern ein Feedback erhielt, was natürlich meine Vorgesetzten auch in keinster Weise interessierte. So bedankte sich eine junge Frau, dass ich sie von ihrem Selbstmordversuch abgehalten habe und dazu beigetragen hatte sie auf den richtigen Weg zu bringen. So bedankte sich eine andere Frau bei mir, welche dank unseres letzten Polizeieinsatzes die Trennung von ihrem gewalttätigen Partner schaffte. „In dieser Nacht als sie bei uns waren haben sie mir die Augen geöffnet. Ich bin froh, dass ich die Polizei verständigt habe und ich bin froh, dass sie gekommen sind. Dank ihnen fängt für mich ein neues und vor allem besseres Leben an“, sagte mir die Frau bei einem Telefongespräch, ca. zwei Runden nach dem Einsatz in ihrer Wohnung. Sie hatte sich am darauffolgenden Tag von ihrem gewalttätigen Partner entgültig getrennt und somit brachen zumindest bessere und vor allem gewaltfreie Zeiten für sie an. Natürlich ist die Rate derer, die tatsächlich den entgültigen Absprung schaffen eher gering, doch ich sage mir, wenn es von 10 nur einer schafft das umzusetzen was ich ihm rate, ist dies ein großer Erfolg. Wie der Polizeialltag aussieht brauche ich nicht zu erklären. So mancher erstattet Anzeige und zieht sie später wieder zurück, doch es gibt auch kleine Hoffnungsschimmer, auch wenn sie eher rar sind. Man ist nicht nur Polizist, sondern auch auf irgendeine Art und Weise Psychologe, Fürsorger und Berater. Die Menschen die sich bei mir für meine Hilfe bedankten sagten mir stets das Gleiche: „Wie können wir ihnen etwas gutes tun ? Sie haben mir ein gutes Bild der Polizei vermittelt, dabei hatte ich bislang fast schon Angst vor der Polizei.“ Natürlich konnte mir niemand dieser Menschen etwas gutes tun, denn es ist mein Job gute Arbeit zu leisten. Für mich sind es die großen Erfolge, wenn der Bürger sieht was ich als Polizeibeamter leiste, denn meine Vorgesetzten interessiert es nicht. Manche können noch so viel Leistung bringen, wenn sie auf der Verliererliste stehen sind sie am Ende ihrer Karriere angekommen. Schrecklich ist es vor allem, wenn man noch sehr viele Jahre in diesem Beruf vor sich hat. Eigentlich lieben wir alle diesen Beruf, doch dann gibt es Menschen die einem das Leben buchstäblich zur Hölle machen. Einer meiner Sprüche ist „Was ich liebte hat mich zerstört !“ Ich habe diesen Beruf geliebt und liebe ihn makaberer Weise noch immer. Die Menschen da draußen brauchen auch Polizeibeamte wie mich. Polizeibeamte denen sie vertrauen können. Auch privat bekam ich oftmals viele Beschwerden von Bürgern zugetragen, welche sich massiv über unsere Polizei beschwerten. Die meisten Beschwerden waren, dass die Polizei Personen vor Gaststätten abpassten und warteten bis diese in ihre Fahrzeuge stiegen und los fuhren. Nach einigen Metern Fahrt wurden sie dann von der Polizei kontrolliert. So mancher verlor hierbei seinen Führerschein. Die Strategie der Beamten – verdeckt im Bereich von Kneipen auf ihre „Beute“ warten. Auch wurde mir mehrfach zugetragen, dass man Hilfe bei der Polizei suchte jedoch buchstäblich mit den Worten „da sind wir nicht zuständig“ abgewimmelt wurden.
An dem Unmut der Bevölkerung und dem dementsprechenden Bild, welches die Leute von der Polizei haben, tragen die Beamten schließlich selbst dazu bei. So habe ich doch auch diese Meinung, dass man doch auf die Bevölkerung auf irgendeine Art und Weise angewiesen ist. Stelle ich mich mit dem Bürger gut, bekomme ich vielleicht hin und wieder mal einen guten und wichtigen Hinweis um Straftaten zu klären. Das vergessen doch leider viele Kollegen. Die Statistik muss stimmen. Lieber eine folgenlose Trunkenheitsfahrt zur Anzeige bringen, denn damit kann man glänzen.
Mobbing ! Natürlich schämt man sich zugeben zu müssen, dass man Opfer von Mobbing ist. Tatsache ist, dass die Täter niemals zugeben würden, dass sie anderen das Leben buchstäblich zur Hölle machen. Täter haben kein Unrechtsbewusstsein. Als Täter bezeichne ich die Mobber. Da ich schließlich selbst ein Opfer bin stehe ich offen dazu und ich rede auch offen darüber was man mir angetan hat. Lange Zeit hatte ich geschwiegen, eben weil man so massiven Druck auf mich ausübte, dass ich besser schwieg. Man kann es sogar als einschüchtern bezeichnen. Wer mich eingeschüchtert hatte ? Meine Vorgesetzten ! Auch da ist klar, die falschen Menschen an der Macht bringt großes Leid und Unglück. Da ich selbst Opfer von Mobbing bin, beschäftige ich mich seit Jahren mit diesem Thema. Vielleicht ist meine Wissensneugier angeboren, denn schon immer habe ich das „Warum ?“ hinterfragt. Nie wollte ich mich damit zufrieden geben, wenn die Menschen zu mir sagten, dass die Dinge nun mal so sind. Es steht mir doch zu, zu erfahren weshalb die Dinge so sind. Also habe ich unzählige dicke Leitfäden studiert, habe im Internet recherchiert und mich mit Gleichgesinnten unterhalten.
Über die Leitfäden die von irgendwelchen Leuten bei der Polizei gefertigt wurden musste ich lachen. Dies ist reine Papierverschwendung und in meinen Augen macht man sich über die Opfer damit lustig. Man schreibt seitenweise Leitfäden über dieses Unrecht und kommt am Ende des Leitfadens zu der Feststellung, dass man an der Situation nichts ändern kann und man sich gegen die Mobber nun eben nicht wehren kann. Äußerst lustig oder sollte man es gar als Beleidigung der Opfer gegenüber sehen ? Hinzu kommt der Hohn, dass man Leitfäden über Mobbing ins Intranet der Polizei stellt, man es jedoch seitens dieser Dienststellen äußerst erfolgreich an den Mitarbeitern praktiziert. Scheinheilig bietet man Hilfe an, macht jedoch das abartige Gegenteil. Statt sich an diese Leitfäden zu halten, treibt man einige Kollegen systematisch in den Wahnsinn. Dann heißt es natürlich seitens der Vorgesetzten „Der Beamte / die Beamtin ist leider nicht belastbar“. Fragt man sich nur, ob die Mobber so etwas überhaupt durchhalten würden, wenn sie selbst betroffen wären. Tatsache ist, dass die Mobber meist in den Vorgesetztenkreisen zu finden sind. Zu dieser Feststellung kam ich bei meinen Recherchen. Die Kollegen die dann munter mitmobben sind die Handlanger der Hauptmobber. Bei meinen Recherchen kam ich zu folgender Feststellung, u.a. auch dass Mobbing schon im Kindesalter anfangen kann.
Schule / Beruf - Mobbing / Terror am Arbeitsplatz
Erschreckenderweise beginnt Mobbing schon im Kindesalter. Es gibt die Außenseiter und die Anführer. Wer nicht mithalten kann steht auf der Opferliste ganz oben. Im Kindesalter werden die Wurzeln fürs Leben gesetzt. Hat man als Kind schon nicht gelernt sich zu wehren, ist man als Opfer geradezu auserkoren. In der heutigen Zeit schauen auch schon unsere Kleinsten wer was hat. Der hat superneue Markenjeans und der andere hat nur irgendwelche abgetragenen No-Name-Hosen vom großen Bruder. „Wer nichts hat ist nichts“ so lautet der Grundsatz schon im Kindesalter. Schuld für diese Denkweise sind die Eltern. Sie vermitteln ihren Kindern die Werte. Was ist heute eigentlich wichtig. Wer spricht heute noch davon, dass ein guter Charakter, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und Respekt wichtig sind ? Eltern wollen doch das absolute „Superkind“. Leider gibt es in unserer Gesellschaft auch viel Armut und gerade solche Kinder werden niemals die Chance bekommen ein „Superkind“ zu sein. Können sie mit den anderen nicht mithalten, haben sie keine Chance problemlos durchs Leben zu gehen. Erwachsene tun dies oftmals als „Hänseleien“ ab, wenn Kinder streiten. Als Erwachsener möchte man sich auch nicht in Kindereien einmischen da sie dies untereinander regeln müssen, doch was ist wenn es einer gegen fünf steht ? Ist dann das wegschauen als Erwachsener richtig ? Kinder werden älter und diese Kinder sind später die Erwachsenen welche ihre Kollegen mobben, nur um einen guten Arbeitsplatz zu haben und beruflich Erfolg zu haben. Schmeicheln sie sich in der Schule noch beim Lehrer ein, haben sie als Erwachsene mit dieser Methode großen Erfolg bei den Vorgesetzten. Dass dies in der Schule auf Kosten der Mitschüler geht und später auf Kosten der Kollegen, interessiert nicht. Ein Gesetz der Natur war schon immer - der Stärkere überlebt. Wer sich rücksichtslos durchs Leben schlägt kommt weiter. Es gibt doch diesen Spruch – Gutmütigkeit ist ein großes Stück von der Dummheit. Mancher merkt es gar nicht, wie er doch von seiner Umwelt ausgenutzt wird. Das Traurige daran ist, dass nun solche Menschen irgendwann einmal zwei Möglichkeiten haben– entweder sie gehen zu Grunde (psychisch wie auch körperlich) oder sie legen den Hebel um und werden aggressiv und kalt. Das Thema Mobbing wird leider todgeschwiegen. Jeder kennt das Problem doch niemand redet darüber. Man schämt sich darüber zu reden. Doch wann bin ich Opfer von Mobbing ? Viele wissen gar nicht was um sie herum geschieht. Weshalb sind die Kollegen oder in der Schule die Mitschüler so abweisend. Bei Mobbing ist es immer der gleiche Ablauf – ob in der Schule oder im Berufsleben. Ziel von Mobbing ist den anderen systematisch zu zerstören und hierzu sucht man sich natürlich eine schwache Person aus. Man legt sich schließlich niemals mit Stärkeren oder zumindest Gleichstarken an. Tatsache ist nun mal, dass die Mobber schwach sind – denn gemeinsam ist man stark und sobald diese tatkräftigen Mobber alleine vor dem Opfer stehen sind sie überfordert. Der Schutz der Gruppe fehlt schließlich. Menschen systematisch in den Wahnsinn zu treiben, nur weil man sie nicht leiden kann ist schon pervers und krank. Es gibt diverse Rechtsgrundlagen und Leitfäden welche zum Ausdruck bringen sollten, dass Mobbing verwerflich ist und nicht zulässig. Das Grundgesetz Artikel 1 Absatz 1 besagt, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung staatlicher Gewalt. Doch was ist wenn der Staat gegen diesen Artikel verstößt ? Artikel 1 Absatz 2 beinhaltet das Wort „Gerechtigkeit“ doch auch an dieses Grundgesetz hält man sich nicht. In Artikel 2 Absatz 2 des Grundgesetzes steht, dass jeder das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit hat. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. Doch auch dieses Grundrecht ist ein Hohn, da die Opfer durch diesen Terror körperlich wie auch psychisch krank werden. Es ist eher unwahrscheinlich, dass Opfer von Mobbing dies so locker wegstecken und diese Angriffe an sich abprallen lassen, ohne dass sie Gefahr laufen psychisch oder körperlich krank zu werden. Sicher ist, das psychische Verletzungen schlimmer sind als körperliche. Seelische Narben verheilen nur schwer, während die körperlichen Narben irgendwann verblassen. Egal wie alles ausgeht, die Erfahrungen, egal ob positiv oder negativ prägen einen. Gerade schlimme Erfahrungen verfolgen eine meist ein Leben lang. Natürlich kann man psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, doch der Psychologe kann die dienstliche Situation auch nicht ändern. Man kann eine Stunde pro Woche in eine Therapie gehen oder gar in eine Kur oder Klinik und über diese Belastungen sprechen, doch sobald man den Raum des Psychologen verlässt und in den Alltag entlassen wird, geht der Terror weiter. Wäre natürlich toll, wenn man z.b. in eine psychosomatische Kur könnte um sich von dem ganzen Ärger zu erholen und man dann wieder in den Dienst ginge und „heile Welt“ herrschen würde. Das Mobbing geht dann natürlich weiter. Für die Täter ist es natürlich ein riesiger Erfolg, wenn man die Mitarbeiter soweit bekommen hat, dass sie in der „Klapsmühle“ oder auf der „roten Couch“ landen. Die ganzen Therapien bringen absolut gar nichts, solange sich an der dienstlichen Situation, welche eine doch so sehr belastet, nicht grundlegend etwas ändert. Solange es keine positive Wende gibt, ist mit einer Genesung des Opfers nicht zu rechnen. Irgendwann ist man auch an dem Punkt angekommen, wo man nicht mehr klar denken kann und überlegt, ob man selbst Schuld ist. Tatsache ist, dass wenn man über einen längeren Zeitpunkt immer wieder das Gleiche eingebläut bekommt, dass man irgendwann daran glaubt, dass dies auch wirklich so ist. Man redet dem Opfer immer und immer wieder ein, dass es Schuld an der gesamten Situation sei und gar psychisch krank sei. Dies über Monate oder gar Jahre immer wieder gesagt zu bekommen führt dazu, dass man jeglichen Sinn für richtig und falsch verliert. Man stellt sich die Frage, ob man sich alles nur einbildet oder ob es gar richtig ist was die Vorgesetzten und Kollegen mit einem machen oder ist es tatsächlich Mobbing ? So analysierte ich auch meine gesamte Geschichte, auch was das Dienstliche anging. Hierzu möchte ich in diesem Buch auch einige Beispiele nennen. Ich wollte eine klare Antwort – bin ich nun ein Mobbingopfer oder ist alles Normalität und ich muss das so hin nehmen. Hierzu fand ich so einige interessante Antworten. Nachdem ich mich auch hierüber umfangreich informiert hatte war mir klar, dass ich eindeutig ein Opfer von Mobbing war.
Die Entwicklung von Mobbing sieht folgendermaßen aus: Der Psychoterror beginnt Der Betroffene wird nun zur Zielscheibe. Die Beteiligten denken sich Handlungen aus, um ihm zu schaden. Die Kommunikation wird eingestellt, die Arbeit wird ihm erschwert, es werden Gerüchte verbreitet, usw. . In dieser zweiten Phase des Mobbing-Prozesses passieren erschreckende Veränderungen. Innerhalb kurzer Zeit wird aus einem beliebten und geachteten Kollegen ein totaler Außenseiter, mit dem niemand etwas zu tun haben will. Auch die Betroffenen verändern sich stark: Sie werden mürrisch, unfreundlich, misstrauisch, vielleicht sogar pampig oder aggressiv. Andere leiden eher still und wirken den ganzen Tag bedrückt. Diese Reaktionen sind ganz normale Reaktionen, wenn sie direkt nach einem Konflikt auftreten. Aufgrund des systematischen und über längere Zeit andauernden Mobbings werden diese Verhaltensweisen zu typischen Reaktionen des Betroffenen. Hier tritt bereits die erste und sehr bedeutsame Störung zwischen ihm und seinem sozialen Umfeld ein. Der von Mobbing-Betroffene ist nicht mehr in der Lage, Kontakt zu anderen Menschen in seinem Arbeitsbereich aufzunehmen. Um wieder "normal" zu werden, bräuchte er Sicherheit, soziale Unterstützung und einen Vertrauensvorschuss. Tatsächlich ziehen sich aber auch unbeteiligte Kollegen von ihm zurück, weil er sich durch das Mobbing bereits verändert hat und "anders" wirkt. Aber auch zum eigenen Schutz und aus Angst zu diesem gemobbten Kollegen zu halten. Folge wäre dann, dass man schlimmstenfalls selbst zum Mobbingopfer auserkoren wird. Am Ende der zweiten Mobbing-Phase sind seine Chancen, allein aus dem Prozess wieder herauszukommen, schon sehr stark gesunken. Erste arbeitsrechtliche Maßnahmen beginnen Auf die Demütigungen und Mobbing-Handlungen am Arbeitsplatz folgen häufig arbeitsrechtliche Maßnahmen des Arbeitgebers. Der von Mobbing-Betroffene ist zu einem Problemmitarbeiter geworden: Er ist häufig unkonzentriert, es unterlaufen ihm Fehler und er hat aufgrund der psychosomatischen Beschwerden zu viele Fehltage. Der Vorgesetzte, auch wenn er bislang neutral war, ist nun gezwungen, zu reagieren. Er wird das aufgetretene Fehlverhalten rügen und im Wiederholungsfall auch abmahnen. Oft ist der Anlass für Abmahnungen und Versetzungen ein völlig harmloser Vorfall, wie er täglich im Arbeitsleben passiert. Dies ist auch verständlich, denn der Anlass ist tatsächlich nebensächlich. Dem Vorgesetzten und der Personalabteilung geht es ja auch nur darum, in einem "Fall", mit dem sie nicht klarkommen, endlich Fakten zu schaffen, um den Betroffenen loszuwerden. Die vielen Ungerechtigkeiten, die in dieser Mobbing-Phase geschehen, sind so haarsträubend, dass sie fast unglaubwürdig erscheinen. Schließlich leben wir in einem Rechtsstaat, und auch der Umgang zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist vielfältig rechtlich geregelt. Allerdings ist das Rechtssystem ein starres, auf Normen beruhendes System, und für so schwierige und vielschichtige soziale Problemsituationen wie Mobbing ist eine Klärung durch das Arbeitsrecht nicht zu erwarten. Viele Mobbing-Handlungen sind überhaupt nicht in einem Arbeitsgerichtsprozess ansprechbar, weil sie entweder nicht beweisbar sind oder nicht als Beleidigung oder Verleumdung im Sinne des Strafgesetzbuches gelten.
Die weitere unangenehme Folge für den Betroffenen ist, dass er aufgrund der arbeitsrechtlichen Maßnahmen zu einem "offiziellen" Fall auf der Dienststelle wird. Wer es bis dahin noch nicht gemerkt hat, was los ist, wird spätestens jetzt wissen, dass mit dem Betroffenen "etwas nicht stimmt". Sein beschädigter Ruf verfolgt ihn überall hin. Auch eine Versetzung bedeutet für ihn keinen Neuanfang mehr. Die neuen Kollegen wissen bereits, dass ihnen da jemand "untergeschoben" werden soll, der schwierig ist und über den schon viele Gerüchte im Umlauf sind. Das Arbeitsverhältnis wird zwangsweise beendet
Fortgeschrittene Mobbing-Fälle enden fast immer mit einem Ausschluss aus dem Arbeitsleben. Entweder kündigen die Betroffenen selbst, weil sie es nicht mehr aushalten, oder sie werden vom Arbeitgeber unter einem Vorwand gekündigt. Andere willigen unter dem großen Druck in einen Auflösungsvertrag ein. Doch wie sieht es bei der Polizei aus ? Ist man doch Lebzeitbeamter und hat seit vielen Jahren seine Arbeit ordentlich und korrekt gemacht. Den Job einfach hinwerfen ? Viele Beamte fügen sich ihrem Schicksal und leben mit ihrer Außenseiterrolle. Sie sind öfters krank und jeder Tag den sie in den Dienst müssen ist eine reine Qual. Das Schlimmste was einige Mitarbeiter als letzte Lösung ihrer unerträglichen Situation sehen ist die komplette Selbstaufgabe. Eine Selbstaufgabe mit einem traurigen Ausgang – Suizid ! Durch den entgültigen Verlust des Arbeitsplatzes ist die Existenz komplett zerstört. Ist dies der Fall, dass sich der Betroffene aufgrund der dienstlichen Situation das Leben genommen hat, reden sich die Täter geschickt aus allem heraus. Zum einen wird es totgeschwiegen, dass der Mitarbeiter sich selbst getötet hat und wenn es heraus kommt heißt es stets – der Suizident sei psychisch krank gewesen oder hatte private Probleme. Jegliche Vorwürfe werden gekonnt von sich fern gehalten. Wie der Suizident psychisch krank wurde ist eigentlich klar, doch auch darüber schweigt man. Schrecklich ist vor allem, was man den Angehörigen der Suizidenten damit antut. Hat man eine Familie als einzigen halt und begeht letztlich solch einen schweren Schritt, fügt man den Angehörigen noch zusätzliches Leid zu. Die Angehörigen wissen „X hat sich aufgrund Mobbings das Leben genommen“ doch die Dienststelle behauptet „X habe sich aufgrund familiärer Probleme das Leben genommen“. Den Unschuldigen die Schuld zuweisen und diesen Menschen noch zusätzlich seelischen Schmerz zufügen. Teile der Mobbing-Betroffenen leiden unter so starken psychosomatischen Krankheiten, dass sie auf Dauer krankgeschrieben werden und schließlich Erwerbsunfähigkeits-Rente erhalten. Einige Mobbingopfer suchen gar den Selbstmord als letzte Lösung. Sie wurden so in die Enge getrieben, dass sie ihre Situation als ausweglos sehen. Oft dachte ich schon an meine Kollegen, welche sich selbst umgebracht haben. Nie gelangte etwas an die Öffentlichkeit und solche Dinge wurden stets todgeschwiegen. Dass die Selbstmordrate bei der Polizei so hoch ist, ist beängstigend. Auch darüber darf niemand reden. Spricht man dieses Thema an, wird man fast schon in der Luft zerrissen. Niemand denkt an die Opfer und deren Familie. Einige Kollegen hinterlassen sogar Kinder, welche dadurch zu Halbwaisen oder schlimmstenfalls zu Vollwaisen werden wenn bis auf die Mama oder den Papa niemand mehr da ist. Um ein Beispiel zu nennen. Ich nenne den Fall – der Fall Simone: Auch an eine Person dachte ich während der letzten Jahre oft. Simone war auf ihrer Schicht gut angesehen. Man machte ihr seitens der Vorgesetzten das Leben schwer, wodurch sie diverse Krankheiten bekam. Simone bekam Asthma und Neurodermitis. Ihre Haut sah schrecklich aus und sämtliche Kuren führten nicht zum Erfolg. Simone hatte eine Betrugsserie aufgedeckt. Sie war wie ich eine Gerechtigkeitsliebharberin. Simone war fleißig, zuverlässig, korrekt und einfach eine vorbildliche Mitarbeiterin. Als sie damals diese Sache aufdeckte musste sie dafür bezahlen. Sie war Angestellte und wurde fristlos gekündigt. Sie durfte die Dienststelle nicht mehr betreten und der Kontakt zu ihr wurde seitens der Vorgesetzten strickt verboten. Ich bat oft ihre Kollegen zu Simone zu halten, vor allem weil sie ja auch im Recht war, doch ihre Kollegen gingen auf Rückzug und kamen den Anweisungen ihrer Dienststelle nach. Niemand hielt zu Simone, alle ließen sie im Stich nur ich nicht. Ich setzte mich über diese Anweisung hinweg und versuchte nach wie vor den Kontakt zu ihr zu halten. Simone veränderte sich mit der Zeit immer mehr. Folge war irgendwann, dass sie niemandem mehr vertraute, selbst mir nicht mehr. Die Leute, die den Betrug begangen hatten sind heute noch auf der Dienststelle. Simone ist heute soweit ich weiß verschollen. Es war dann ein riesiger Schriftverkehr wo sie auch ihren Anwalt einschaltete, doch ihre Dienststelle beantwortete keinen einzigen Brief von ihrem Anwalt. Dessen Schreiben wanderten auf direktem Wege ungeöffnet im Schredder. Es ging irgendwann dann vor das Arbeitsgericht wo man feststellte, dass Simone im Recht war und ihre Kündigung absolut unrechtmäßig. Simone musste wieder eingestellt werden. Sie hatte den Prozess gegen ihre Dienststelle gewonnen, doch sie kam dann nur noch einmal. Man behandelte sie wie den letzten Dreck. Es wurden böse Dinge über sie erzählt und seitens ihrer Vorgesetzten wurde sie auf übelste Art und Weise gemobbt. Vor allem ärgerte es die Dienststelle, dass Simone beim Arbeitsgericht auch noch recht bekommen hatte. Dabei hatten Gerichte und Polizei doch so ein gutes Verhältnis zueinander. Eines Abends als ich zu ihrer Wohnung fuhr um sie zu besuchen war alles leer. Ich fragte die Nachbarn, ob Simone weg gezogen sei. Als Antwort bekam ich, dass Simones Aufenthaltsort unbekannt sei. Sie hatte keinen Partner, keine Kinder und war sonst eher alleine und einsam, so dass niemals jemand danach fragte, was aus Simone geworden ist und vor allem, ob es ihr gut geht. Ihre Dienststelle war froh, dass sich diese Sache somit innerhalb kürzester Zeit von selbst erledigt hatte. Den „Problemfall“ Simone war man auch los geworden. Simone war das Opfer und ging. Die Täter „Betrüger“ durften bleiben und alles wurde wie gewohnt unter den Tisch gekehrt. So wie sich Simone damals veränderte, diese Veränderung musste auch ich durchmachen. Anfangs lustig, fröhlich und vor allem sehr fleißig, verlor sie mit der Zeit ihr Lachen und ihre Leistung wurde auch immer schlechter. Die einst so witzige Simone wurde aggressiv, auch zu den Menschen die es ehrlich und gut mit ihr meinten. Damals warf sie auch mir Beschimpfungen an den Kopf, worüber ich wütend und enttäuscht war, da ich ihr Verhalten in keinster Weise verstehen konnte. Heute kann ich Simones Verhalten sehr gut nachvollziehen. Ein Wiedereinstieg in den Beruf ist für fast alle Betroffenen kaum möglich, weil sie durch den Mobbing-Prozess so stark körperlich und seelisch geschädigt worden sind, dass sie den Belastungen des Arbeitslebens nicht mehr stand halten - ganz abgesehen davon, dass sie mit diesem Ruf in ihrem bisherigen Beruf keine Anstellung mehr bekommen. Denn natürlich telefonieren Personalsachbearbeiter mit dem vorherigen Arbeitgeber, wenn ein Bewerber mit unklaren Zeugnissen oder einem Auflösungsvertrag zu ihnen kommt. Mobbing ist ein klassischer Eingriff in die Grundrechte des Menschen. Es ist eigentlich ein Hohn, dass man den Menschen Hoffnung macht sich gegen Mobbing zu wehren. Auch ich hatte diesen Gedanken, nur war hierbei das Problem – ich durfte mich nicht wehren da meine Chancen auf einen Erfolg aussichtslos waren. Gegen das System Polizei kommt man nicht an, solange sich nicht grundlegend etwas ändert. Vor allem hatte ich niemanden auf meiner Seite. Kollegen schwiegen aus Angst. Wer sich auf meine Seite gestellt hätte, wäre das nächste Mobbingopfer gewesen. Natürlich sucht man verzweifelt Hilfe, doch diese Suche stellte sich für mich stets als falscher Schritt dar. Statt Hilfe zu bekommen wurde ich als psychisch krank abgestempelt. Statt meinem Anliegen Gehör zu schenken, wollte man mich abschieben. Man nannte dies dann schön „aus Fürsorgepflicht“. Statt dessen wurden meine Hilferufe als Schwäche abgestempelt. Der einfachste Weg Mitarbeiter los zu werden statt zuzugeben „da läuft einiges schief ! Der Mitarbeiter ist im Recht und braucht dringend Hilfe !“. Die Hilfe die man mir scheinheilig geben wollte war, mich soweit zu bringen, dass man mich als dienstunfähig abstempeln konnte. Über sämtliche Gespräche führten meine Vorgesetzten Protokolle, welche sie mir bei jedem weiteren Gespräch unter die Nase hielten. Es wurden Fresszettel mit Notizen zugeschoben, wo man wieder einen neuen Angriffspunkt an mich hatte. Natürlich versuchte ich mich zu wehren, aber mit meiner verzweifelten Gegenwehr wurden die Angriffe nur noch schlimmer. Kam man mit verletzenden Vorhaltungen nicht mehr weiter, wurden Drohungen ausgesprochen. Drohungen, dass man mich auf keiner Dienststelle mehr wolle. Auch wurde alles als richtig dargestellt, was man mir in all den Jahren angetan hatte. Abgelehnt zum Auswahlverfahren, jegliche Fortbildungen abgelehnt, miserable Beurteilungen, ewig weiter Weg zur Dienststelle, Dienst in einer Gegend machen zu müssen wo man todunglücklich ist u.s.w. – jede Maßnahme gegen mich war laut Meinung meiner Vorgesetzten völlig korrekt. Es wagte niemand zu mir zu halten, wobei es einige Kollegen gab, die mit mir einer Meinung waren und das menschenverachtende Verhalten der Polizei mir gegenüber verurteilten, jedoch zum eigenen Schutze schwiegen. Ich stand alleine da. Schließlich ist man irgendwann an dem Punkt wo man denkt, dass man nur Verräter um sich hat, da niemand es wagt zu dem Opfer zu halten. Aus einem guten Freund wird schnell ein Feind. Ein Feind deshalb, weil er das Opfer im Stich lässt. Doch lässt dieser früherer Freund das Opfer im Stich weil es das Opfer auf einmal nicht mehr mag oder weil er Angst hat selbst zum Opfer zu werden ? Mobbingopfern kann man nur empfehlen ein persönliches Tagebuch zu führen. Auf offizieller Seite heißt es schließlich – bei der Polizei gibt es gar kein Mobbing, da auch keine Klagen kamen. Es ist wie ein Teufelskreis. Wenn du redest wirst du dafür bestraft, deshalb schweige. Da natürlich jeder aus Angst schweigt gibt es nach außen hin diese blütenweiße Weste mit dem Hinweis „alles in Ordnung – es gibt keine Beschwerden“. Nach dem Strafgesetzbuch gibt es zum Thema Mobbing folgende Straftaten, welche die Folgen von Mobbing sein können:
Die Körperverletzung – es ist irgendwann einmal soweit, dass man auch körperlich stark unter diesen Angriffen leidet (um einige Beispiele zu nennen: man bekommt Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Migräne, Knochen- und Gelenkschmerzen, Schlafstörungen, psychische Probleme u.s.w) Das Problem bei den psychischen Problemen ist, dass es irgendwann einmal auf den Körper übergreift, wenn die Psyche komplett „ausgelaugt“ ist und die psychischen Kraftreserven am Ende sind muss der Körper daran glauben.
Die Beleidigung – man wird beschimpft, bloß gestellt und als Versager hingestellt. Alles was man macht ist grundsätzlich falsch. So muss man oftmals böse Worte über sich ergehen lassen (um ein Beispiel zu nennen: Äußerungen wie „diese dumme Kuh ist für alles zu blöd“)
Üble Nachrede – man wird grundsätzlich überall schlecht gemacht. In den meisten Fällen ist es so, dass das Opfer schon auf Dienststellen schlecht gemacht wurde, obwohl es dort noch gar nicht angefangen hat. Der Ruf des Opfers ist absolut ruiniert und man lässt kein gutes Wort über es kommen.
Verleumdung – es werden ganz einfach irgendwelche Geschichten über einen erfunden und diese erzählt man munter in der Gegend herum.
Die Opfer werden als Lügner überall bloß gestellt und die Vorgesetzten machen sich alle Mühe dies an der neuen Dienststelle des Opfers herum zu erzählen. Die Abartigkeit meiner Vorgesetzten und Kollegen führte soweit, dass man mir ein Disziplinarverfahren anhing, wofür ich absolut gar nichts konnte. Sachen werden unterstellt welche gar nicht der Wahrheit entsprechen. Auch das mir angehängte Disziplinarverfahren wurde seitens meiner Vorgesetzten als völlig korrekte Maßnahme gesehen. Man bedauerte jedoch, dass man mir nichts anhängen konnte und suchte prompt nach etwas Neuem.
Nötigung – entweder du schweigst oder es wird schwerwiegende Konsequenzen für dich haben. Man versucht das Opfer mit allen Mitteln einzuschüchtern was leider oftmals gelingt.
Eigentlich hätte das Opfer von Mobbing gutes Recht seine Peiniger unter den o.g. Umständen anzuzeigen doch wenn das Opfer alleine dasteht hat es keine Möglichkeit sich zu wehren. Am Schlimmsten ist es natürlich, wenn die Täter die Vorgesetzten sind. Gegen Vorgesetzte kann man sich absolut gar nicht wehren. Sie haben die Macht und als kleiner Schutzmann im mittleren Dienst hat man absolut keine Chance dagegen vorzugehen. Polizei bedeutet Macht und gegen so eine Macht kommt man nicht an. Leider ist diese Macht jedoch in den falschen Händen. Laut Bürgerlichem Gesetzbuch können Beschäftigte auch Schadensersatzansprüche geltend machen doch ich kenne keinen einzigen Fall, wo all dies auch tatsächlich umgesetzt wurde. Bei Mobbing im Arbeitsrecht liegt ein klarer Verstoß gegen das Arbeitsschutzgesetz vor. Es verpflichtet den Arbeitgeber die erforderlichen Maßnahmen zu treffen welche die Sicherheit und Gesundheit des Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen könnten. Hierbei sollten eine menschengerechte Gestaltung des Arbeitsplatzes und die Gestaltung der sozialen Beziehungen im Vordergrund stehen. Ein weiteres Gesetz welches insbesondere weibliche Mitarbeiter angeht, welche Opfer von sexueller Belästigung sind ist das Gesetz zum Schutz der Beschäftigten vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz (Beschäftigungsgesetz). Dieses Gesetz beinhaltet sämtliche Rechte, welche ein Opfer im Bezug auf sexuelle Belästigung hat, sowie die Pflichten des Arbeitgebers. Gerade bei weiblichen Mitarbeitern ist es ein zweischneidiges Schwert. Es besteht doch eine große Scheu sich gegen sexuelle Übergriffe durch Kollegen oder Vorgesetzte zu wehren. Wehrt sich ein weibliches Opfer, wenn es um sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz geht, wird sie zur neuen Zielscheibe auserkoren.
Einfachster Weg um jede Schuld von sich zu weisen ist, indem man sagt „Das Opfer ist selbst an allem Schuld“. Doch sucht sich das Opfer so eine unerträgliche Situation freiwillig heraus ? Ist nicht jeder normale Mensch auf ein angenehmes und freundliches Miteinander bestrebt ? Zumindest sollte der klare Menschenverstand einem das sagen, doch dieser klare Menschenverstande fehlt den Tätern von Mobbing. Mobbing gibt es in verschiedenen Berufsgruppen, insbesondere auch im öffentlichen Dienst. Wer mobbt begeht eine Amtspflichtverletzung im Sinne des Landesbeamtengesetzes. Hierin ist geregelt, dass die Bediensteten sich immer so zu verhalten haben, dass kein Dritter zu Schaden kommt. Dritter kann jeder sein, egal ob Bürger oder Kollege. Leider interessieren solche Vorschriften im öffentlichen Dienst niemanden, da sich die Kollegen und Vorgesetzte rücksichtslos über sämtliche Vorschriften hinweg setzen, welche bestrebt sind anderen das Leben schwer zu machen. Auch sexuelle Belästigung ist ein Thema, welches man totschweigt. Das Opfer schämt sich und der Täter hat jeglichen Freibrief. Gerade bei der Polizei ist ein Opfer sexueller Übergriffe hilflos. Das Opfer wird noch verpönt und ständig hört man seitens der männlichen Kollegen „Die Kollegin war ohnehin ne Schlampe. Die wollte es doch auch so.“ Egal ob privat oder dienstlich, das Opfer wird zusätzlich bloß gestellt, ausgelacht und beschimpft. So war es auch im Falle zweier Kolleginnen, welche letztlich ihren Job bei der Polizei hinwarfen, nachdem sie ihre Kollegen wegen sexueller Belästigung angezeigt hatten. Die ganze Männerwelt im Kollegenkreis hielt zusammen und hatte sich gegen diese beiden Frauen verschworen. Folge war wie nicht anders zu erwarten, die Opfer gingen und die Täter blieben. Erschreckenderweise gibt es auch heute noch einige Kollegen die strickt gegen Frauen bei der Polizei sind. Dabei sind oftmals die Frauen die besseren Beamten, wie ich im Laufe meiner Dienstjahre selbst mitbekommen habe. Es gibt immer einen Weg eine Frau nieder zu machen. Natürlich sagt man, das ist ein reiner Männerberuf, doch in der heutigen Zeit sind nahezu auf jeder Dienststelle Frauen und was wäre die Polizei nur ohne Frauen. Eigentlich heute Normalität doch noch immer gibt es traurigerweise Anfeindungen. Es gibt natürlich Personalräte, Konfliktberater oder Frauen- und Behindertenvertreter doch wenn man letztlich bei ihnen Hilfe sucht hat man keine Unterstützung zu erwarten. Statt Hilfe zu erwarten spricht man Drohungen aus wie „Zu deiner eigenen Sicherheit, sei ruhig und schweige sonst wird es schwerwiegende Folgen haben !“
Die Einschüchterungsmethode funktioniert oftmals hervorragend und jeder macht es sich einfach – offiziell wird Hilfe angeboten sollte es dienstliche Probleme geben doch wenn man dann auf die zuständigen Personen zugeht wird man abgewiesen. Die Erfolgsaussichten bei einer Anzeige wegen Mobbing ist gleich null. Hier stellt sich das Problem der Beweisfrage. Selten handelt es sich bei Mobbing um Fälle einer offenen Kommunikation, sondern um ein subtiles Vorgehen. Hierbei sollte man den Aussagen der Opfern endlich Glauben schenken und den Indizien ein besonderes Gewicht beimessen. Mobbing läuft auf der psychischen Schiene. Es ist ein Spiel welches Vorgesetzte und Kollegen spielen und Ziel ist es, einen Kollegen oder eine Kollegin soweit zu treiben, dass es krank wird, kündigt oder gar als letzten Ausweg den Selbstmord sucht. Mobber sind Täter, welche ungestraft davon kommen. Diese Art von Körperverletzung oder gar Mord (wenn jemand den Freitod wählt) sollte nicht länger totgeschwiegen werden, sondern die Täter sollten an den Pranger gestellt werden. Opfer sollten endlich die Möglichkeit haben ihr Schweigen zu brechen und oberste Priorität ist, den Opfern zu glauben. Erst wenn man solchen Menschen Hilfe gibt und ihnen Glauben schenkt, kann man den Tätern das Handwerk legen. Auch meine alte Dienststelle wird munter weiter machen mit ihrem Psychoterror. Schließlich wurden sie niemals für ihre Taten bestraft. Schließlich hatte meine alte Dienststelle sehr erfolgreich Mobbing praktiziert. Die Rate der Kündigungen, Entlassungen, Einlieferungen in die Psychiatrie, Krankenstände und gar Selbstmorde aufgrund des Mobbings ist dort sehr hoch. Es sind Fälle bekannt, wo die „Nicht-Problemfälle“ dienstliche Anweisungen bekamen mit den Opfern keinen Kontakt aufzunehmen. Es wurde sozusagen ein Kontaktverbot verhängt. Ich selbst musste die bittere Erfahrung machen, dass meiner alten Dienststelle kein Spiel zu schmutzig war um mich aus dem Polizeiberuf zu entfernen. So hatte man, ich nenne es immer sarkastisch „Jagdsaison auf mich“ eröffnet, wo die Kollegen mich überwachen sollten was ich außerhalb meines Dienstes mache. Meine alte Dienststelle hatte ein Schreiben an die umliegenden Reviere verfasst mit der Anordnung darauf zu achten, ob ich mich im Lokal meines Lebensgefährten aufhalte. Natürlich tat ich das und trank dort auch mal eine Cola, doch gearbeitet hatte ich dort nie, da ich wusste, dass die Polizei darauf war mich los zu bekommen. Eines Abends hielt ich mich im Lokal meines Lebensgefährten auf und prompt standen die Kollegen mit einem breiten Lächeln im Gesicht vor uns.
Folge war, dass die Kollegen ein Schreiben verfassten, welches nichts als Lügen und Unterstellungen beinhaltete und man somit den Grundstein für die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen mich gelegt hatte. Was darauf folgte war ein endloser Rattenschwanz, verbunden mit endlos hohen Kosten und als Krönung von allem die Trennung von meinem Lebensgefährten. In meinem Fall schnüffelte die Polizei sogar in meinem kompletten Privatleben herum und wollte auch über mein gesamtes Privatleben ständig informiert sein. Dies nahm so schlimme Formen an, dass ich sogar sämtliche Einblicke in meine persönlichen Krankenakten gewähren musste. Ich musste die ganze Bandbreite an Psychoterror über mich ergehen lassen und nach wie vor bin ich die Schuldige. Nachdem man bedauerlicherweise das Disziplinarverfahren gegen mich einstellen musste schwenkte man wieder zu der Psychoschiene um und versucht es auf die altbewährte Art – sie sind psychisch krank und sie sind der „Problemfall“. Zu meinem guten Trost lernte ich in den letzten Monate noch weitere „Problemfälle“ wie ich kennen. Die Geschichten die ich von anderen Mobbingopfern hörte machten mich zum eine wütend aber zum anderen auch traurig, gerade weil diese Menschen doch einiges mit mir gemein hatten. Ein Trost für mich war auch, dass es so viele unglaubliche Gemeinsamkeiten gab und die Vorgehensweise der Täter nahezu stets das gleiche Muster hatte. Mit meinem schwarzen Humor, welcher mit den Jahren immer dunkler wurde sagte ich dann „Wahrscheinlich gibt es bei der Polizei irgendwelche Mobbingsachbearbeiter deren Aufgabe es ist, neue Strategien bei der Zerstörung ihrer Mitarbeiter zu entwickeln. Vielleicht ist dies eine Ganztagesstelle, welche irgendwo beim FESt untergliedert ist.“ Auf meiner alten Dienststelle war insbesondere der Leiter des FESt stark darum bemüht gegen mich vorzugehen und mir das Leben zur Hölle zu machen, was er dank seines großen Engagements auch tatsächlich geschafft hatte. Über diesen Beamten erfuhr ich später auch einiges hochinteressantes. Hatte dieser übereifrige Beamte früher seine Ehefrau regelmäßig misshandelt, so dass die Polizei bei ihm Tür ein und Tür aus ging. Gerne verbrachte er auch mal die Nacht im Polizeigewahrsam. Folge war, dass er aufgrund seiner Ehefrau, die natürlich an allem selbst Schuld war, von einer Dienststelle zur nächsten strafversetzt wurde. Heute ist er im höheren Dienst und sein hass richtet sich insbesondere gegen weibliche Beamte. Vor allem hat er es sich zum Ziel gesetzt, weibliche Beamten auszuschalten, die ihre Ehemänner oder Partner wegen so einer Kleinigkeit wie Misshandlungen oder so anzeigen. Dieser Beamte hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht Straftäter mit seinem ganzen Ehrgeiz zu schützen und die Opfer zu bestrafen. Dass dieser Beamte, welcher heute eine leitende Funktion bei der Polizei hat, damals ungeschoren davon kam wissen viele Kollegen. Auch wissen viele Kollegen, was dieser Beamte damals alles gemacht hatte und dies, betrachtet man es unter einem klaren Menschenverstand, eigentlich falsch war doch wie bei der Polizei üblich wird auch so etwas totgeschwiegen. Scheinheiligerweise ist dieser Beamte heute „Hobbyprediger“, was ebenfalls ein Hohn ist da er keinerlei Unrechtsbewusstsein besitzt und das Strafgesetzbuch vielleicht sogar als Bibel sieht. Harte Worte, doch sollte man sich Gedanken darüber machen, wie viele Beamte in den letzten Jahren aufgrund der unerträglichen dienstlichen zustände krank waren oder gar den Freitod wählten.
Im Berufsleben gibt es unzählige Vorschriften und Gesetze welche Mobbingopfer eigentlich schützen sollten, wobei diese Gesetze niemals angewendet werden. Solange jeder schweigt wird sich auch an der Situation nichts ändern. Wo kein Kläger, da auch kein Beklagter. In der Schule gibt es leider nicht diese Gesetze und Vorschriften die ein Mobbingopfer schützen. Wobei für alle Opfer das Gleiche gilt – man hat eigentlich das Recht die Täter nach dem Strafgesetzbuch anzuzeigen, je nachdem wie das Ausmaß der Mobbingkampagne ist. Lehrer dürfen nicht länger weg schauen. Irgendwann wird ein Opfer sich vielleicht auch mal wehren. Von anfänglicher Hilflosigkeit kann dies schnell in blanken Hass umschlagen. Die letzten Jahre hörte man sehr oft das Wort „Amok“. Amok in der Schule, Amok am Arbeitsplatz oder in der Familie. Die Täter werden verurteilt, dass sie dies gemacht haben. Oberster Grundsatz – niemand hat das Recht einem anderen Schaden zuzufügen. Doch warum hinterblickt man mal nicht genauer das Umfeld von Menschen die irgendwann einmal ausrasten. Oftmals sind es Außenseiter und da Außenseiter sich grundsätzlich nicht wehren können, ist ihr letzte Ausweg Gegengewalt. Vielen Tätern hat man über Jahre hinweg auch Gewalt angetan. Kinder wurden gehänselt, zu Hause vernachlässigt oder gar misshandelt und vom Leben hatten sie absolut gar nichts zu erwarten. Geprägt durch die Kindheit werden solche Leute auch später große Probleme am Arbeitsplatz haben. Ein Grund hierzu ist, dass sie kein Vertrauen zu ihren Mitmenschen aufbauen können. Deshalb sollte man schon so früh wie möglich vorbeugen um Schlimmeres zu vermeiden. Rastet das Opfer irgendwann einmal aus, möchte es seinem Peiniger damit die Grenzen aufzeigen. Diese Grenze kann jedoch auf schreckliche Art und Weise schlimme Formen annehmen. In dem Opfer, das stets unterdrückt wurde und sich niemals traute sich zu wehren, keimt mit der Zeit ein immer größer werdender Hass gegen seine Gegner. Menschen die eher ruhig, zurückhaltend oder gar schweigsam waren, holen auf einmal zum Gegenschlag aus und da sie mit Worten stets erfolglos waren, ist die letzte Lösung Gewalt. Das Opfer wurde nie Ernst genommen und man hat es in jeglicher Form nur verspottet, so dass bei dem einen oder anderen irgendwann einmal die Sicherung durchbrennen kann. Ich hatte dies alles an mir selbst Hautnah mitverfolgen können. Ich hatte mich jedoch zum Glück unter Kontrolle. Böse Gedanken sind nachvollziehbar, nur muss man dann wieder so weit klar sein, dass man diese Gedanken niemals in die Tat umsetzt. Täter können munter ihr Spiel der Zerstörung spielen und die Opfer sind die Marionetten die es hilflos mit sich machen lassen müssen. Der eine darf den anderen kaputt machen und das Opfer darf sich nicht einmal wehren. Ziel sollte es daher sein, hier einen Riegel davor zu schieben und den Tätern Grenzen setzen.
Hierzu habe ich mir viele Gedanken gemacht was man gegen Mobbing überhaupt für Möglichkeiten hat Opfer zu schützen.
Mobbing in der Schule:
1.Erkennen / Vorbeugen 2.Reden und zuhören 3.Schützen 4.Hilfe anbieten / Helfen
Erkennen:
Die Lehrer sollten ihre Augen auf machen und auffällige Schüler ernst nehmen ! Wobei die nachfolgenden Tipps auch für das sonstige Umfeld von Kindern gelten sollte wie z.b. Eltern von Schulkameraden, Bekannte, Nachbarn und so weiter. Einem Kind können nur Erwachsene helfen und auf deren Hilfe ist es angewiesen. Als erstes sollte man erkennen, dass jemand Probleme hat. Nichts schön reden, denn damit ist niemandem geholfen. Man sollte ehrlich dazustehen, dass es nun mal nicht so läuft wie es sein sollte und es auch an der eigenen Schule Probleme gibt. Was für Auffälligkeiten hat das Kind ? Man sollte sich Fragen stellen und vor allem Interesse an auffälligen Personen zeigen. Fragen wie: Warum ist die Person so ruhig oder schüchtern oder eher das Gegenteil - unruhig und aggressiv ? Wie sind die Leistungen ? Wie ist der Umgang mit den Mitschülern ? Hat das Kind Freunde oder ist es eher ein Einzelgänger ? Gibt es auffällige Veränderungen ? Sind äußerliche Auffälligkeiten vorhanden ? Wenn Einzelgänger – woran liegt es wohl ? Wie sieht es zu Hause aus (familiäres Umfeld) ?
Reden und zuhören:
Sollte man erkannt haben, dass ein Kind Probleme hat, sollte man auf alle Fälle auf das Kind zugehen. Hierzu ist es wichtig Vertrauen zu gewinnen, Einfühlsamkeit und Verständnis zeigen. Wichtig ist die Person Reden lassen, wenn sie soweit ist. Dem Kind das Gefühl geben, dass hier endlich jemand ist, der ihm zuhört. Möglichst viel über die momentane Situation heraus finden. Für die Fragen die man sich stellt Antworten finden.
Schützen:
Sind nun die Umstände bekannt, sollte man sich eine Strategie zurecht legen, wie man dem Kind am besten hilft. Wichtig ist hierbei auch das soziale Umfeld des Kindes. Wird es in der Schule von Mitschülern gemobbt, sollte man als erstes an die Eltern herantreten, deren Kinder die „Täter“ sind, d.h. die Mobber. Den Eltern den Ernst der Lage erklären und sie darauf hinweisen, diesbezüglich Abhilfe zu schaffen indem sie mit ihren Sprösslingen intensive Gespräche führen. Oftmals ist Eltern gar nicht bewusst, dass ihre Kinder andere Kinder mobben. Es wird als Kinderkram abgetan, doch dass schon Kinder fähig sind andere Kinder derart zu quälen ist vielen nicht bewusst. Auch die Selbstmordrate unter Jungendlichen ist beängstigend. Oberstes Gebot muss sein – das Opfer zu schützen. Gespräche mit Eltern beider Seite (Mobber und Gemobbter) ist sehr wichtig da man oftmals auch durch Gespräche einige Dinge aus der Welt schaffen kann.
Das Verwerfliche ist jedoch, egal ob Schule oder Beruf – oftmals gehen die Opfer zum eigenen Schutz und die Täter bleiben. Es sollte umgekehrt sein - diejenigen welche die Ursache setzen sollten bestraft werden und nicht die Opfer. Täter sollten gehen und nicht die hilflosen Opfer. Oftmals hört man, dass Eltern ihre Kinder welche Opfer von Gewalt an Schulen waren, ihre Kinder von der Schule nehmen und sie in eine andere Schule stecken. Ist das nicht noch eine Strafe für das Opfer ? Vielleicht nimmt man dem Kind auch noch den letzten Strohhalm wie z.b. dessen Freunde und den kurzen Schulweg. Die Täter bleiben und die Opfer gehen. Solange die Täter bleiben wird keine Ruhe einkehren. Vor allem blieb ihr Verhalten folgenlos und sie werden sich das nächste Opfer suchen. Man sollte auf die Mobber direkt zugehen und ihnen mögliche Folgen klar und deutlich machen. Mögliche Folgen wäre z.b. ein Schulverweis. Viele Eltern sind natürlich mit so einer Situation überfordert. Vor allem sagen sich die Schulen „Bei uns gibt es keine Gewalt an der Schule“. Das zuzugeben würde den guten Ruf ankratzen und Besorgnis in der Bevölkerung verursachen. Gerade Eltern stoßen dann oftmals auf taube Ohren, wenn ihren Kindern Schlimmes wiederfahren ist und sie Hilfe bei den Lehrern oder beim Direktor suchen. Oftmals werden solche Eltern gar abgewimmelt. Es ist heute eine andere Generation. Eine Generation die sich mit Gewalt durchs Leben schlägt. Respekt haben sie schon lange nicht mehr. Vor allem sollten Lehrer und Direktoren alles ernst nehmen das ihnen zugetragen wird. Danach prüfen was überhaupt an der Sache dran ist. Weghören und Wegsehen löst keine Probleme und jeder vernünftige Vater und jede vernünftige Mutter wird sich wünschen, dass sein Kind ohne Angst zur Schule gehen kann und eine gute Schulbildung genießen kann.
Hilfe anbieten / helfen:
Nun wurden die Gespräche geführt. Ändert sich noch nichts, sollte hart durchgegriffen werden. Gibt es Probleme auch in der Familie, so sollte man gegebenenfalls die Ämter einschalten (siehe Abschnitt Kindheit, wo darauf hingewiesen wurde, woher man Hilfe bekommen kann). Je nach Schwere des Mobbings kann man sich auch Rat beim Jugendsachbearbeiter der Polizei holen. Gewalt an Schulen sollte heute auch kein Tabuthema mehr sein. Auch die Schulen sollten auf den zuständigen Jugendsachbearbeiter der Polizei zugehen und um Informationsvorträge bitten. Gerne kommen diese auch in die Schule und betreiben Aufklärung in sämtlichen Bereichen (z.b. Drogen, Alkohol und Gewalt an Schulen). Man muss bedenken – ich kann nur helfen, wenn ich mich auch selbst zuvor umfangreich informiert habe und dann auch weiß, woher ich Unterstützung bekommen kann.
Diese vier Punkte sind keine Garantie, dass nun heile Welt in den Schulen herrscht, doch ich habe in meinem Beruf wie auch privat hiermit positive Erfahrungen gemacht. Kindern muss man von Anfang an zeigen – du bist nicht alleine ! Kinder sind unsere Zukunft und sie sollten einen ganz besonderen Schutz genießen – den Schutz vor Gewalt, Erniedrigung und einer schrecklichen Kindheit !
Diese Gedanken die ich mir über Mobbing in der Schule gemacht habe kann man sehr gut auch auf das Arbeitsleben umsetzen. Mit Sicherheit kann man nicht alles übernehmen, da es sich auf der einen Seite um Kinder handelt und auf der anderen Seite um Erwachsene, doch trotz allem gibt es doch so einige Gemeinsamkeiten.
Mobbing am Arbeitsplatz:
Hierzu hatte ich ja soweit einiges genannt, woher man nun Hilfe erhalten kann. Als Einzelkämpfer hat man absolut keine Chance sich zu wehren. Vielleicht ist es auch besser, wenn man sich nicht an den Personalrat, die Beauftragten für Chancengleichheit oder sonst wen wendet. Man muss ganz einfach an seinem Selbstbewusstsein und seiner Schlagfertigkeit arbeiten. Den Gegner mit den eigenen Waffen schlagen. Hierzu gibt es auch sehr gute Bücher, wie man sein Selbstbewusstsein und seine Schlagfertigkeit trainieren kann. Man sollte den Mobber gezielt auf sein abartiges Verhalten ansprechen und fragen, weshalb er dies tut. Ich hatte in den letzten Jahren hin und wieder auch den einen oder anderen meiner Peiniger angesprochen, doch ich bekam wie zu erwarten niemals eine klare Antwort, weshalb man all das mit ihr tat und weshalb sie so massiv gemobbt wurde. Dies ist meist so, dass die Mobber gar nicht wissen, weshalb sie einen anderen derart systematisch zerstören wollen. Das Opfer hatte ja nichts falsch gemacht und eine klare Antwort hierauf wird es niemals bekommen, eben weil es nichts falsch gemacht hat. Man muss sich merken: Wer andere angreift, versucht von seinen eigenen Schwächen abzulenken. Solange man über einen anderen herfällt kommt keiner auf die Idee über mich herzufallen. Es ist wie eine Meute Hyänen – alle reißen gemeinsam an der Beute. Ich reiße besser mit bevor sie mich zerreißen. Oftmals ist es pure Zeitverschwendung seine Angreifer auf ihr unmögliches Verhalten anzusprechen, vor allem weil irgendwann einmal der Punkt da ist, wo keine Gesprächsführung mehr möglich ist. Ein Tipp um mit den Angriffen einigermaßen umzugehen wäre, alles nieder zu schreiben. Wenn man es aufschreibt kann man alles raus lassen, seine Wut, seine Traurigkeit, alles was auf der Seele brennt. Vor allem kann man beim Schreiben all das raus lassen was man seinem Peiniger gerne sagen würde, aber bedauerlicherweise nicht aussprechen darf. Schreiben befreit oftmals. Ein weiterer wichtiger Punkt wäre Gleichgesinnte suchen. Es ist schwierig gerade in solchen Situationen überhaupt noch jemandem vertrauen zu können doch vielleicht gibt es auch Kollegen die das gleiche Schicksal erleiden mussten. Sinnvoll wäre auch der Austausch mit Gleichgesinnten. Hierzu müsste man in jeder größeren Stadt einen Verein gründen für Mobbingopfer. Nur wem gleiches wiederfahren ist hat Verständnis für die jeweilige Situation. Nur Gleichgesinnte können nachvollziehen was man durchmachen musste. Vor allem sollte man endlich anfangen offen darüber zu reden. Es gibt diverse Treffen wie z.b. für Suchtkranke, doch es gibt keine Treffen für Mobbingopfer. Eines ist sicher, dass das oberste Gebot sein sollte – nicht wegschauen, sondern zu den Opfern stehen. Klar, gerade im Berufsleben ist jeder Erfolgsorientiert und wer nicht nach der Pfeife der Vorgesetzten tanzt hat auch beruflich nichts zu erwarten. Vor allem klagt niemand gerne gegen den Arbeitgeber. Der Arbeitgeber sitzt immer am längeren Hebel. Er kann schlechte Arbeitszeugnisse ausstellen und dafür sorgen, dass man beruflich absolut am Ende ist und das schon in jungen Jahren. Man bedenke, wer noch viele Jahre Berufsleben vor sich hat, sollte sich ernsthafte Gedanken darüber machen was die beste Lösung für sein Problem ist. Jeder sollte sich klar vor Augen halten, dass es auch mal ihn treffen könnte. Jeder kann mal Opfer sein und dann wäre er froh, wenn er nicht alleine dastehen würde. Miteinander und nicht Gegeneinander. Vor allem macht die Arbeit auch mehr Spaß, wenn man sich gut versteht. Die meiste Zeit verbringt man nun mal am Arbeitsplatz.
Wieso sollte man sich dann dort auch noch zusätzlich das Leben schwer machen und das in Form von Mobbing ? Man sollte sich mal Gedanken machen über Teamarbeit und angenehmes Betriebsklima. Jeder sollte dazu beitragen, dass es am Arbeitsplatz stimmt. Problemfälle die für Unruhe sorgen, sollte man zur Seite nehmen und aufklären. Aufklären darüber, wie beschissen ihr Verhalten gegenüber der anderen Kollegen ist und dem Unruhestifter auch mal klar vor Augen halten, was für unnötige Probleme er überhaupt bereitet. Hilfsbereitschaft sollte auch an oberster Stelle stehen. Was der eine nicht weiß, weiß der andere vielleicht. So kann man bestimmte Arbeiten mit Hilfe des anderen schneller und produktiver erledigen. Ein gutes Verhältnis am Arbeitsplatz sollte eine Grundregel sein. Geht man gerne zur Arbeit, bringt man auch eine weitaus bessere Leistung. Zufriedenheit führt zur Motivation. Unzufriedenheit hingegen führt zu verminderter Leistungsfähigkeit. Ist der Kopf nicht klar und frei, unterlaufen Fehler die oftmals vermeidbar gewesen wären. Gerade im Polizeiberuf sollten allerdings nach Möglichkeit keine Fehler unterlaufen und deshalb sollte man besonders darauf achten, dass ein gesundes Arbeitsklima herrscht. Hierzu appelliere ich vor allem an die Vorgesetzten deren eigentliche Aufgabe es wäre, die Mitarbeiter zu motivieren und zu fördern und nicht zu mobben. Die Folge von Mobbing ist nämlich auch, dass die Leistung des Opfers erheblich darunter leidet. Kann ein Mitarbeiter nicht die Leistung bringen die er bringen müsste, geht dies auf Kosten der anderen Kollegen. Doch wenn die Kollegen munter mit mobben, müssen sie auch ihre Fehler ausbaden und die Konsequenzen hierzu tragen. Jeder ist auf den anderen angewiesen, vor allem in solch einem Beruf wie im Polizeiberuf. Selbst ein Kollege, welcher einem das Leben schwer macht, erwartet im Ernstfall, dass man ihm Rückendeckung gibt und zu ihm hält wenn es darauf ankam. Doch leider reicht es bei vielen Kollegen aufgrund ihrer charakterlichen Schwäche nicht dazu zu erkennen, dass der Mensch den sie immer wie den letzten Dreck behandelten möglicherweise auch mal ihr Lebensretter sein könnte. Ich kann von mir behaupten, dass ich meinen Kollegen stets tatkräftig zur Seite stand, egal wie ich von ihnen behandelt wurde. Selbst Kollegen welche mich massiv durch den Schmutz zogen und tatkräftig mobbten, ließ ich niemals im Stich. Ich sagte mir immer, dass ich in den Spiegel schauen und sagen kann „ich bin kein Kollegenschwein und lasse niemanden im Stich !“Das Thema Mobbing ist leider ein absolutes Tabuthema. Wer es wagt darüber zu sprechen oder sich gar als Mobbingopfer outet muss dafür einen hohen Preis bezahlen. Mir hat man dies zum Vorwurf gemacht, dass ich darüber gesprochen habe. Den Unmut über diese unerträglichen Zustände kund zu tun ist ein Regelverstoß, den bei der Polizei gilt eben dieser Grundsatz in den eigenen Kreisen „Ich sehe nichts – ich sage nichts – ich höre nichts !“ Aus Angst schweigen die Kollegen. Während meiner Recherche erfuhr ich auch von Fällen bei denen sich Kollegen outeten und im Kreise der Polizei sagten „Ja, ich werde gemobbt !“ So etwas auszusprechen ist sehr mutig und ich habe vor diesen Kollegen hohe Achtung. Folge dieses Outings war, dass diese Kollegen beruflich nichts mehr zu erwarten hatten. Es wurde seitens ihrer Dienststelle ein Riegel davor geschoben. Kollegen, welche sozusagen „aufmucken“ und das Verhalten ihrer Vorgesetzten oder Kollegen oder gar das System Polizei kritisieren, werden bei der Polizei nicht mehr vorwärts kommen. Druck macht man seitens der Verantwortlichen u.a. auch, dass man die Betroffenen für Fortbildungen ablehnt, sie nicht befördert werden und für den Aufstieg in den gehobenen Dienst abgelehnt werden. Das ist eigentlich der Traum jedes Polizeibeamten – der Aufstieg in den gehobenen Dienst. Ich hatte vor längerer Zeit einen interessanten Beitrag von einem Kollegen mitverfolgt, welcher vielen aus dem Herzen sprach. Es wird von einem Polizeibeamten erwartet, dass er knallhart und stets in Topform ist. Ein Polizeibeamter darf keine Probleme haben und er hat zu funktionieren. Dass es Polizeibeamte gibt, die auch psychisch angeschlagen sind, so wie es jedem Normalbürger auch zusteht, darf es nicht geben. Dafür hat man auch kein Verständnis. Um ein Beispiel der Gleichgültigkeit seitens der Vorgesetzten zu nennen. Täglich hat man als Polizeibeamter mit diversen Fällen zu tun. Mal ist es eine verwirrte Oma die sich verlaufen hat, aber dann gibt es auch wieder diese brenzligen Situationen. Als Polizeibeamter ist man auch der Prügelknabe der Gesellschaft. Der Bürger sieht nicht, was für Gefahren viele Beamten ausgesetzt sind. Leider interessiert es die Vorgesetzten auch nicht. Der Unterschied ist jedoch – dem Bürger kann man es eher verzeihen weil er keine Ahnung von dem was ein Polizeibeamter leistet, hat. Einem Vorgesetzten oder Kollegen welche sich die Hände niemals schmutzig machen würden weil sie nur auf ihren Stühlen in den Büros sitzen, muss man jedoch zum Vorwurf machen, dass sie eigentlich Ahnung davon haben sollten und deshalb auch Achtung vor dem was die Beamten auf der Straße leisten. Statt dessen wird man noch als „nicht belastbar“ abgestempelt. Vorgesetzte müssen nicht den Anblick einer Bahnleiche ertragen, sie müssen sich nicht nachts mit betrunkenen Randalierern herumschlagen, sie sehen nicht das Leid und Elend anderer Menschen und müssen sich auch nicht beschimpfen, schlagen oder bespucken lassen. Als Polizeibeamter redet man nicht darüber, da dies ein Zeichen von Schwäche wäre. In manchen Berufsgruppen werden solche Leute psychologisch betreut, nicht aber bei der Polizei. Es gibt zwar Polizeipsychologen, aber diese kümmern sich nicht um die Polizisten selbst. Natürlich gibt es auch einige Konfliktberater deren Aufgabe es ist, den Beamten ein offenes Ohr zu schenken und sie nach einem schlimmen Vorfall zu betreuen. Mancher mag dies auch in Anspruch nehmen. Ich selbst habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass ich statt Hilfe nur Probleme bekam, da mir meine Bitte um Hilfe als Schwäche und nicht Belastbarkeit ausgelegt wurde. Vor allem kramen die Vorgesetzten gerne in alten Sachen herum. „Wissen sie, damals hatten sie ...“ muss man sich dann vorwerfen lassen. Zu dem Bereich Konfliktberater möchte ich später noch zum sprechen kommen. Tatsache ist, dass der Beamte versuchen muss, selbst mit Dingen klar zu kommen.
Um einige Fälle zu nennen:
Flugzeugabsturz oder Bahnunglück – die Polizeibeamten arbeiteten unermüdlich unzählige Stunden. Ihre Aufgabe – nach Leichenteilen suchen. Die Retter arbeiten unermüdlich und gehen irgendwann erschöpft nach Hause – allein gelassen mit den schrecklichen Bilder verstümmelter Menschen. Bilder welche sie ein Leben lang verfolgen werden.
Misshandelte Kinder, welche aufgrund der Faulheit und der Gleichgültigkeit der Behörden tot in der Wohnung liegen.
Man muss sich öffentlich beschimpfen lassen und den Kopf hin halten (z.b. bei Demonstrationen oder Fußballspielen mit Hooligans) und darf sich nicht einmal wehren. So erinnere ich mich an eine Demo in Stuttgart, wo wir mit Flaschen beworfen wurden. Wir bekamen jedoch den Befehl in der Gruppe zu bleiben und weiter in Richtung Sammelort zu laufen, obwohl man am Liebsten die Angreifer aus dem Verkehr gezogen hätte.
Der Polizeialltag ist oftmals nicht einfach und das Schreckliche ist, dass diese Polizeibeamte die eigentlich unglaublich gute Arbeit leisten im Stich gelassen werden. Es ist eine Unverschämtheit, dass irgendwelche Vorgesetzte, welche jahrelang nur hinter ihren großen Schreibtischen sitzen und sich überlegen, wie sie den Mitarbeitern das Leben zusätzlich schwer machen können, dann auch noch behaupten, der Beamte wäre beim Anblick von verstümmelten Kinderleichen oder sonstigem nicht belastbar. Der Beamte auf der Straße muss solche Dinge sehen können und dabei auch stets noch eine klaren Kopf behalten, egal wie grauenvoll dessen Arbeit auch sein mag. Der Mobber sitzt in seinem Büro und hat doch gar keine Ahnung von der Welt da draußen. Er nimmt sich jedoch diese Achtlosigkeit heraus und stempelt den fleißigen Beamten auch noch als „nicht belastbar“ ab. Respekt vor denen, welche täglich ihre schwere Arbeit auf der Straße verrichten und Respektlosigkeit derer, welche nur an ihren Schreibtischen sitzen. So sollte es eigentlich sein, doch leider sind die Rollen vertauscht, den Leistung zählt in diesem System nicht.
Mobbing gibt es ja nicht nur bei der Polizei. Als Erstes sollte man erkennen was der Einzelne überhaupt leistet. Menschen die anderen Menschen helfen werden als „Dank“ noch Zielscheibe von Psychoterror am Arbeitsplatz. Eine zusätzliche Belastung zum Arbeitsalltag. Natürlich hat man sich diesen Beruf selbst ausgesucht und man hat natürlich nicht zu erwarten, dass man dafür belohnt wird was man leistet – aber was man zu erwarten hat ist schlichtweg – in Ruhe gelassen zu werden und den Leuten die Türen zu öffnen um beruflich weiter zu kommen. In der Regel werden ja nur die Schwachen und ehrlichen Leute gemobbt. Jemand der gnadenlos über Leichen geht ist „Chefs Liebling“, u.a. weil dieser auch ein wichtiger Informant ist. Der Beitrag dieses Kollegen war wirklich sehr interessant und gerne hätte ich Auszüge aus seinen Beiträgen in dieses Buch gesetzt. Doch leider wurde dies abgelehnt. Der Kollege, dessen Name zur absoluten Bloßstellung auch noch veröffentlicht wurde, bekam auf sein „Outing“ kaum Antworten. Wie ich später erfahren habe musste dieser Kollege auf Anweisung seiner Vorgesetzten seine Beiträge wieder löschen – in seinem Interesse wie sich versteht. Die Worte dieses Kollegen brachten wirklich alles auf den Punkt ! Der Grund ist ANGST vor Konsequenzen. Da die Vorgesetzten sämtliche Fäden in der Hand haben kann man sich gegen ihre Intrigen und Bestrafungen auch in keinster Weise wehren. Die Macht in den falschen Händen und Unschuldige werden zerstört. Viele Missbrauchen ihre Macht und ihre Opfer haben keine Chance etwas dagegen zu tun. Wie ist es denn in Kriegen ? Mächtige Menschen führen Kriege und nicht das kleine Volk. Die Mächtigen bringen Leute auf ihre Seite damit sie ihre schmutzigen Phantasien verwirklichen können und wer sich den Mächtigen anschließt bekommt auch Sicherheit. Mit Versprechungen lockt man immer mehr Leute auf seine Seite. Der Mächtige sagt „zerstöre für mich, dann gebiete ich dir Sicherheit und auch den Aufstieg in ein besseres Leben“. Egal ob dies irgendwelche irren Staatsoberhäupter sind in Krisengebieten oder nur das kleine Umfeld im unbescholtenen Deutschland. Das System ist erschreckenderweise das Gleiche.
Um es auf das Thema Mobbing umzusetzen würde das also heißen „ Mobbe deinen Kollegen und mach ihn fertig, dann wirst du selbst nicht gemobbt und mit deiner Karriere geht es auch voran“. Hört sich ja recht vielversprechend an und daher ist es besser, wenn man sich seinem Vorgesetzten anschließt um selbst aus der „Schusslinie“ zu geraten. Auch zu diesem Thema überlege ich mir seit langem, was für Lösungen es hierzu gibt. Ich kam zu der Tatsache, dass nur Betroffene untereinander sich helfen mit der Situation besser umzugehen, denn hier hat jeder Verständnis und jeder kann bestens nachvollziehen wie sich der einzelne fühlt. Vor allem sollte man einen Verein gründen für „Mobbingopfer“. Sich zu outen ist wirklich nicht einfach, aber in solch einem Verein können sich Betroffene austauschen und man kann gemeinsam nach Lösungen suchen. Wie wehre ich mich ? Nur wenn sich viele Betroffene zusammen schließen kann man dagegen vorgehen. Einer alleine kann keinen Krieg führen, aber viele zusammen haben dann zumindest die Chance es dem Gegner nicht einfach zu machen. Und es ist nun mal ein „stummer Krieg“. Kollegen und Vorgesetzte die andere Mitarbeiter mobben führen einen Krieg gegen diese. Nur sind auf der einen Seite ganz viele und auf der anderen Seite ist einer alleine. Folge ist, der Einzelkämpfer hat von vornherein keine Chance den Krieg zu gewinnen und eine Niederlage ist damit vorprogrammiert. Man bedenke, dass solche Machtintrigen einen Menschen nicht nur psychisch, sondern auch physisch zerstören können. Durch dieses Mobbing und den Psychoterror ist das Opfer letztlich gezwungen sich einen Anwalt zu nehmen da es sich nicht mehr wehren kann und diesen Intrigen hilflos ausgeliefert ist. Folge für das Opfer sind letztlich noch horrende Anwaltskosten die auf einen zukommen. Das Opfer hat nicht mehr die Kraft und die Nerven sich gegen dieses schmutzige Spiel seitens der Polizei zu wehren, so dass es in seiner ausweglosen Lage einen Anwalt einschalten muss. Die Kosten sind immens und zusätzlich zu diesem Leid wird das Opfer auch noch in dieser Form ruiniert.
Der Ruf der Opfer ist oftmals derart ruiniert, so dass es beruflich am Ende ist. Überall ist man bekannt und verrufen. Die Opfer bekommen vorab den Stempel „der Problemfall“ auf die Stirn gedrückt. Folge ist, dass das Opfer den Kollegen voller Misstrauen begegnet, denn es kann ja nicht mehr unterscheiden wer es ehrlich mit ihm meint und wer nicht. Einige böse Blicke der Kollegen sagen oft mehr als tausend Worte. Erstaunlich ist natürlich, dass Menschen das Opfer bereits schon kennen, welche das Opfer selbst wiederum jedoch nicht kennt. Klar, der schlechte Ruf eilt voraus. Schließlich gibt es bei der Polizei ja die „Buschtrommeln“ welche dafür sorgen, dass es jeder vorab vor dem „Neuen“ gewarnt wird. Eine Chance jemals wieder richtig Fuß zu fassen ist gering. Folge ist oftmals auch, dass die Opfer sich auch privat komplett zurück ziehen. Das Vertrauen zu den Mitmenschen wurde durch die bitteren Erfahrungen schließlich gnadenlos zerstört. Dies ist jedoch der Fall, wenn das Mobbing bereits am Höhepunkt angekommen ist. Bahnt sich erst etwas an, sollte man frühzeitig die Notbremse ziehen. Meist ist es jedoch schwierig hier einen Weg heraus zu finden. Was mich im Laufe der Jahre fast schon schockierte war, dass man gezielt die eigenen Kollegen, welche ordentlich und rechtschaffen durchs Leben gingen, unschuldig verfolgte und selbst nicht davor zurück schreckte ihnen ein Disziplinarverfahren anzuhängen. Mir selbst hatte man ein Disziplinarverfahren angehängt obwohl ich nichts verbrochen hatte. Ich weiß heute nicht ob ich es als Trost sehen soll, doch Erschreckenderweise hat man dieses Spiel auch noch mit anderen Kollegen, welche man als Opfer auserkoren hatte, gespielt. Passt deinen Vorgesetzten nicht dein Gesicht, dann wirst du der ewige Verlierer sein. Ich habe zur Verarbeitung meines tragischen Schicksals alles nieder geschrieben- meine Art der Therapie, da ich irgendwann an dem Punkt angekommen war, wo ich nicht mehr wusste wie ich meinen Schmerz raus lassen sollte. Am liebsten hätte ich es laut in die Welt geschrieen oder meine Peiniger öffentlich an den Pranger gestellt, doch das Gesetz des Schweigens hat es mir verboten. Ich nenne es so, weil mir meine Vorgesetzten dies eben zum Vorwurf machten, dass ich nicht alles so einfach akzeptierte. Oft weinte ich heimlich, doch nicht immer lässt sich die Verzweiflung verbergen. Bekam ich wieder eine neue Hiobsbotschaft wie z.b. man möchte mich wieder gegen meine Willen auf eine andere Dienststelle rumschieben, oder meine miserable Beurteilung, Ablehnungen fürs Auswahlverfahren und sämtliche Riegel für ein normales Leben wurden davor geschoben, ließ sich so manche Träne nicht mehr zurück halten. Dies wurde mir eiskalt als Schwäche und psychisch nicht belastbar ausgelegt. Nur weil ich ein „Niemand“ im Polizeiberuf war und bloß weil ich als „Problemfall“ auf der Abschussliste stand durfte ich doch keinerlei Schwäche zeigen. Man hat nichts zu erwarten, doch es wird nur von dir erwartet. Ich wagte es einmal meine Vorgesetzten zu fragen, was ich denn überhaupt vom Polizeiberuf zu erwarten hätte. Statt einer Antwort wich man mir systematisch aus und wurde in einem derben Ton angefahren. Diese Frage zu stellen war schließlich auch unverschämt.
Auch diese Unterstellungen, man sei psychisch nicht belastbar ist der größte Irrsinn überhaupt. Dieses Urteil fällten schließlich Beamte, welche seit Jahren nichts anderes sahen als ihren Schreibtisch und ihren Chefsessel, hinter welchem sie sich versteckten. In ihrem Büro konnten sie sich sicher fühlen, den sie mussten nicht auf die Straße und sich mit dem Leben da draußen auseinander setzen.
Sie mussten keine Leichen sehen, sich nicht mit Menschen herum schlagen, schlimme Schicksale miterleben oder den Abartigkeiten einiger Irrer ausgeliefert sein. Ich stand vor vielen Leichen. Ich hatte viele Widerstände wo ich unter anderem verletzt wurde. Ich verfolgte und klärte Straftaten. Ich rettete schon einige Menschen, u.a. auch schon Menschen vor dem Tod. Ich half schon Menschen unter Einsatz meines eigenen Lebens und ich ging immer an die Front und machte niemals einen Rückzieher und ausgerechnet mir sagt man – ich sei nicht belastbar ! Ich muss den Wahnsinn des Alltags erleben, misshandelte Menschen, Tote, Verletzte und Dinge sehen die manchmal außerhalb jeglicher Vorstellungskraft sind und mich bezeichnet man als psychisch krank. Bedenkt man, doch dass ich stets einen klaren Kopf bewahrte bei jeder Maßnahme die ich traf. Nie konnte mich etwas umhauen, egal mit was für einem Fall ich konfrontiert wurde. Doch wer behauptet, ich sei nicht belastbar und psychisch krank ? es sind diese Menschen, welche schon seit Jahren nichts anderes zu tun haben als an ihren Schreibtischen zu sitzen, fern ab des Polizeialltags. Regieren über die kleinen Beamtem. Sie entscheiden ob du deinen Weg gehst oder nicht. Sie entscheiden über dein Sein oder Nichtsein. Diese Menschen sind deine Vorgesetzten und deren Aufgabe ist es, dir das Leben schwer oder einfach zu machen. Sie haben die Fäden in der Hand und wir sind die Marionetten. Leistet diese Marionette Widerstand gegen diese oftmals ungerechten Forderungen die man an sie stellt, folgt die Strafe. Die Vorgesetzten nehmen sich heraus, Psychologe und Machthaber zu sein. Sie entscheiden in welchem Zustand der Beamte ist. Man wird gegen den eigenen Willen zu Dingen gezwungen.
Man hat die Wahl und folgsam zu sein, dann haben die Vorgesetzten ihre Bestätigung oder man rebelliert gegen diese auferlegte Pflicht. Doch egal was man auch tut, die Menschen die über dein weiterer beruflicher Werdegang entscheiden werden sich immer im Recht fühlen. Im Laufe meiner eigenen Recherchen bekam ich doch überwiegend die gleiche Vorgehensweise seitens des Systems mit. Stets ist es das gleiche Muster. Hat man dich erst einmal auf der Abschussliste, wirst du in diesem Beruf niemals mehr Fuß fassen, denn man ist darum bemüht, dich klein zu bekommen, bis hin zur Selbstaufgabe. Diese selbsternannten Psychologen bei der Polizei sind so sehr von sich selbst überzeugt, dass sie alle anderen Meinungen oder Ergebnisse komplett ausschließen. Ein studierter Psychologe hat keine Ahnung von dem was er sagt oder macht, denn die nichtstudierten Hobbypsychologen haben immer Recht. Auch das ist eines der ungeschriebenen Gesetze – die Vorgesetzten sind immer im Recht. Vertrauen zu solchen Mensch, die einem doch immer das Leben schwer gemacht haben zu fassen, ist bei einem klaren Menschenverstand ein Unding. Auch das macht man dem Mobbingopfer jedoch zum Vorwurf – mangelndes Vertrauen zu den Vorgesetzten und Kollegen, obwohl diese Menschen einem doch das Leben buchstäblich zur Hölle gemacht haben. Wie soll man dem Kollegen z.b. vertrauen, der dem Vorgesetzten alles zuträgt was der Beamte gesagt hat ? Oft ist man unsagbar darüber überrascht, wie gut die Vorgesetzten doch über eine informiert sind.
Nun habe ich mich auch intensiv mit dem Thema Psychologie auseinander gesetzt. Bekommt man seit Jahren immer und immer wieder eingeredet man sei psychisch krank glaubt man es irgendwann sogar.
Diese Diagnose stellt gerne die Polizei – unzählige studierte Psychiater liegen dabei komplett falsch, denn wie heißt es so schön – die hohen Herren bei der Polizei haben immer Recht ! Beeindruckend wie allwissend diese Leute doch sind und sogar medizinische Diagnosen stellen können.
Zu dem Thema Psychologie habe ich folgendes recherchiert. Vor allem habe ich mir überlegt, wie ich aus diesem tiefen Sumpf überhaupt wieder raus komme.
Oftmals ist man bereits in einem so tiefen Sumpf, dass man ohne professionelle Hilfe gar nicht mehr alleine auf die Beine kommen kann. Sicher ist, dass man in einem Umfeld, in welchem man sich wohl fühlt, geschätzt und geliebt wird, besser auf die Beine kommt als wenn man alleine ist. Wobei man in guten und gesunden Verhältnissen erst gar nicht in solch einen Abgrund stürzen sollte. Ein positives Umfeld vermeidet eigentlich von vornherein so einige Probleme welche jemandem aus einem negativen Umfeld oftmals nicht erspart bleiben. In der Regel stehen die Opfer doch ganz alleine da. Wem kann man vertrauen ? Vor allem ist jeder in seinem Umfeld überfordert. Der Irrsinn bei Mobbing ist, dass man zuerst systematisch kaputt gemacht wird und dann die Peiniger eine dazu drängen in psychologische Behandlung zu gehen. Da denke ich sehr gerne an einen Spruch von einem Kollegen, welchen ich in guter positiver Erinnerung behalte. Dieser Kollege schwamm mit mir auf einer Wellenlänge und teilte die gleiche Meinung was das System Polizei angeht. Sein Spruch war immer „Bei der Polizei wird es so gehandhabt – erst schlage ich dich tot und dann zeige ich dich an. Dieser Spruch amüsierte mich natürlich, doch dieser Spruch bringt es doch tatsächlich auf den Punkt. Zuerst macht man dir das Leben schwer und dann wirst du noch zusätzlich bestraft.
Viele Menschen wissen gar nicht, dass ihnen eigentlich Hilfe zusteht und in der Not wissen sie oftmals gar nicht wohin sie sich wenden können. In diesem Bereich möchte ich insbesondere auf den Bereich Posttraumatische Belastungsstörungen eingehen. Das ist gerade eine Krankheit unter welcher einige Leute leiden. Ich selbst war durch meine Ehe traumatisiert. Statt in Ruhe gelassen zu werden und diese traumatischen Erlebnisse verarbeiten zu können, machte man mir seitens der Polizei buchstäblich das Leben zur Hölle. Ich bekam niemals die Chance meine eigentliche Traumatisierung zu verarbeiten. Statt die Sitzungen beim Psychotherapeuten zur Verarbeitung meiner privaten Vergangenheit zu nutzen, rannte ich letztlich regelmäßig zum Psychotherapeuten um den dienstlichen Wahnsinn einigermaßen zu verarbeiten, wobei meine Dienststellen sich stets neue Angriffe auf mich einfallen ließ und ich auch so den dienstlichen Terror nicht bewältigt bekam. Folge war, ich stand alleine da und meine Therapeutin war schockiert darüber, was sie alles von mir hörte. Das Bild der Polizei hat auch sie geprägt. Meine Therapeutin glaubte mir das was ich ihr sagte. Seitens der Hobbypsychologen bei der Polizei sagte man mir jedoch, dass es die Pflicht meiner Therapeutin sei mir zu glauben, da sie hierfür ja auch bezahlt werden würde. Wozu sollte ich also zum Therapeuten gehen, wenn man diese Hilfe seitens der Polizei anzweifelte ? In Widersprüchen war man in Polizeikreisen groß. Einerseits trieb man das Opfer soweit, dass es in psychologische Behandlung ging und andererseits sagte man wieder, dass der Psychologe einen ohnehin nicht für voll nehmen würde. Blicke ich zurück, bin ich nicht durch den schrecklichen Polizeialltag und dem was ich im Umgang mit dem Bürger erlebe traumatisiert, sondern durch den Wahnsinn, den man mir seitens der Polizei angetan hat. Wie soll man jemandem vertrauen, der einem das Leben schwer macht ?
-- DetlevLengsfeld 2007-12-15 17:07:19
| /Einführung |
Mobbing/Ratgeber/Einführung (last edited 2009-10-10 14:11:10 by DetlevLengsfeld)