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No-Mobbing-Bremen
Zitat: Jochen Killing
Die Selbsthilfegruppe „No-Mobbing-Bremen“ wurde im Jahr 1993 von Betroffenen gegründet, und ist somit die älteste funktionierende Selbsthilfegruppe dieser Art in Deutschland.
Die Bremer Selbsthilfegruppe hat trotz teilweise massiver Angriffe ihre Arbeit nie eingestellt, was zu bewundern ist.
Von dieser Selbsthilfegruppe ist bisher viel an Pressearbeit geleistet worden. Hier einige Beispiele:
Diese Gruppe trifft sich derzeit einmal wöchentlich Donnerstags in Bremen und wird von Wolfgang Landshöft und Jochen Killing geleitet.
Es kommen wöchentlich bis zu 15 Betroffene oder deren Angehörige. In der Regel sind in jeder Woche neue vom Mobbing Betroffene Menschen mit dabei. Diese 2-stündigen wöchentlichen Treffen sind in ihrer teilweise heftigen Dynamik besondersartig. Hier trifft sich eine Konfliktgruppe mit teils existentiellen Problemen. 80 % der Menschen die sich treffen sind durch Mobbing stark belastet, teils schwer erkrankt, behindert oder gekündigt.
Die Mobbingfälle kommen aus nahezu allen Berufsgruppen. Von leitenden Angestellten, beamteten Kollegen, Menschen aus der Dienstleistung bis hin zu Handwerkern, Büromenschen und Sozialdiensten. Von A 13 bis zur Kasse bei Aldi - die Sprache der Menschen in unserer Selbsthilfegruppe ist ein und die selbe. Wir sprechen von Tätern und Opfern. Kaum eine Gemeinheit, die uns unbekannt ist. Zu beobachten ist, dass das „Wir-Gefühl“ in der Gruppe speziell den Neuen sehr hilft. Wir sind keine Therapeuten oder Juristen.
Wir vermitteln Hilfe, nehmen in den Arm, trösten und zeigen Wege. Zugegeben, die Belastung ist für uns wenige erfahrene Helfende in der Gruppe ausserordentlich hoch. Deutlich zu beobachten ist die in den letzten Jahren steigende Anzahl von rausgemobbten Menschen, die auf Grund ihres fortgeschrittenen Alters am Arbeitsplatz fertiggemacht werden oder worden sind. Frauen trifft es anders, teils viel schlimmer als Männer.
Wolfgang und Jochen sind in der Woche zum Thema Mobbing telefonisch in Bremen zu erreichen. So kommen in der Regel 10-15 Telefonate wöchentlich zusammen. Die Adresse der Selbsthilfegruppe wird im Internet (Mobbing-Bremen.de) wie aber auch wöchentlich in der Presse bekanntgegeben.
Derzeit findet keine offensive Öffentlichkeitsarbeit statt. Diese ist aber nach der Sommerpause erneut angedacht. Es gab früher viel Kontakt zu anderen Mobbinggruppen in Deutschland. Diese Form der Vernetzung ist dringend zu verbessern. Es ist eine Ressourcenfrage. Diese Form von Arbeit kann niemand ehrenamtlich nebenher leisten.
In Rücksprache mit einer für die Region Bremen zuständigen, psychosomatischen Klinik in Bad Salzuflen, sind regelmäßig 20 – 25 Prozent der PatientInnen Menschen, die Mobbing am Arbeitsplatz erlebt haben. Interessant ist der Hinweis, dass über 30 Prozent (Mobbingfälle mit eingeschlosssen) aus klinischen/pflegerischen Bereichen kommen.
Mittlerweile liegt die Erkenntnis vor, dass, wie beim Stalking, die bislang vorliegende Gesetzeslage nicht ausreicht, um die Straftat Mobbing ausreichend bekämpfen und ächten zu können. Wir treten für ein Sondergesetz zur strafrechtlichen Verfolgung von Mobbing ein. Mobbing ist Körperverletzung bis hin zur Inkaufnahme des Suizid der betroffenen Opfer.
Die Selbsthilfegruppe Mobbing sucht selbstverständlich Kontakt zu Mobbinggruppen innerhalb der Republik und ist sehr an Fällen neuester Rechtsprechung interessiert. Geplant ist eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit in Bremen nach der Sommerpause. Speziell zur Vorbereitung einer Präventiv- kampagne in Bremen gibt es derzeit Gespräche mit Juristen, Psychiatern/Psychologen, Ziel soll unter Anderem sein, Fortbildungen/Schulungen für Ärzte, Krankenkassenvertretungen, Betriebs-Personalräte, Juristen etc. anzubieten. Ziel ist neben einer allgemeinen Aufklärung eine Sensibilisierung von Arbeitnehmervertretungen. Alleine die Nutzung des SGB V §20, Abs. 2 in der die Krankenkassen verpflichtet werden, Erkrankungen, die eindeutig in Verbindung mit der Arbeitsstelle gestellt werden können, müssen per Gesetz zur Prüfung der Gewerbeaufsicht mitgeteilt werden. Leider geschieht das in der Regel nicht!
Wir verzeichnen einen Stagnationsprozess in der Auseinandersetzung zum Thema Mobbing. Obwohl Arbeitgeber sich mittlerweile im Mobben ausbilden lassen, und bekannte Europäische Firmen Mobbingstrukturen in ihrer Personalentwicklung einflechten, gibt es wenig Gegenwehr, immer weniger Berichterstattung und kaum mehr juristische Aufmerksamkeit.
Danke für die Aufmerksamkeit!
-- DetlevLengsfeld 2007-09-09 08:49:24
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Mobbing/SelbstHilfeGruppen/No Mobbing-Bremen (last modified 2008-11-04 07:00:08)